MTB 25. September 2013 Bündnis 90/Die Grünen

Das Ergebnis der Bundestagswahlen – Eine Analyse

Von Wolfgang Fremgen

Zunächst einmal Gratulation an Angela Merkel und ihre CDU zu einem eindeutigen Sieg. Mit insgesamt 41,7% der Zweitstimmen hat die Union die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Außerdem hat Dr. Karl Lamers mit einem deutlichen Vorsprung das Direktmandat im Wahlkreis Heidelberg-Weinheim gewonnen. Auch hier dazu unseren herzlichen Glückwunsch.

Der Wahlsieg der Union hat viel mit dem Ansehen von Angela Merkel zu tun

Der Wahlsieg der Union hat viel mit der Popularität der Kanzlerin zu tun. Fast 40 Prozent der WählerInnen der Union gaben die Person von Angela Merkel als wichtigsten Grund für ihre Entscheidung an. Merkels Popularität gründet sich unter anderem darauf, dass ihr rund 60 Prozent der BundesbürgerInnen bescheinigen, in der Euro-Krise richtig gehandelt zu haben.

Das enttäuschende Abschneiden der Grünen

Mit 8,4% der Zweitstimmen mussten die Grünen bei einem Verlust von 2,3% gegenüber dem Ergebnis von 2009 eine herbe Niederlage einstecken. Die beiden Wahlziele von stärkeren Grünen und einer rot-grünen Mehrheit wurden beide nicht erreicht. Folgt man der Wahlanalyse von tagesschau.de erzielten die Grünen in allen Altersgruppen unter 60 Jahren trotz Verlusten ein zweistelliges Ergebnis. Von den Wählern über 60 Jahren stimmten dagegen nur vier Prozent für die Grünen. Die größten Stimmenanteile holte die Partei bei den Wählern mit hohen Bildungsabschlüssen, bei Beamten, Selbstständigen und Angestellten. In all diesen Gruppen musste sie aber auch im Vergleich zu 2009 besonders deutliche Rückschläge verkraften.

Trotz der zuletzt deutlich sinkenden Sympathiewerte für Spitzenkandidat Jürgen Trittin spielten wohl programmatische Inhalte eine zentrale Rolle für das Zustandekommen des Wahlergebnisses. Zwei Drittel der Bundesbürger vertraten die Ansicht, dass die Partei die Wähler und Wählerinnen mit ihren Steuerplänen verschreckt habe. Eine Mehrheit war zudem davon überzeugt, dass sich die Grünen im Wahlkampf von den Interessen ihrer Wähler entfernt hätten. Das urgrüne Thema der konkreten Umsetzung der Energiewende wurde außerdem viel zu spät in den Mittelpunkt des Wahlkampfes gestellt.

Neben schlecht kommunizierten und von den Menschen teilweise auch nicht akzeptierten Themen kam auch noch eine Wahlkampagne, die vielfach nicht verstanden wurde. Die Menschen mögen keine Botschaft, die auch nur an einen erhobenen Zeigefinger erinnert.

Was ist jetzt zu tun?

Wer die Mitte der Gesellschaft erreichen möchte, darf diese nicht mit politischen Forderungen verschrecken. Deshalb müssen Inhalte überdacht und über einen personellen Neuanfang im Bund nachgedacht werden. Außerdem muss die Energiewende wieder zum zentralen Bestandteil einer grünen Debatte werden.

>>> Zu den Wahlergebnissen der Gemeinden im Wahlkreis 274 Heidelberg

>>> Zu den Wahlergebnissen der einzelnen Wahlbezirke in Schriesheim