HERZLICH WILLKOMMEN BEI DEN SCHRIESHEIMER GRÜNEN!

 

Dies ist der gemeinsame Internetauftritt der GRÜNEN LISTE SCHRIESHEIM sowie des Schriesheimer Ortsverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Die GRÜNE LISTE ist ausschließlich kommunal tätig für Schriesheim, Altenbach und Ursenbach. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind zuständig für alles was über die Stadt Schriesheim hinausgeht: Kreis-, Landes-, Bundes- und Europapolitik. 

Photovolataik (PV)-Anlage an der A5

Das Projekt soll vorangebracht werden!

Für den dringend erforderlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien werden Flächen zur Verfügung gestellt werden müssen - auch in Schriesheim. Bundesweit werden derzeit knapp 20% der landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Energiepflanzen verwendet, also beispielsweise Raps für Biodiesel. Ob die Energiebilanz dieser Maßnahme mit gewaltigem Flächenverbrauch überhaupt positiv ist, darüber streiten sich die Experten. Bei Photovoltaikanlagen (PV) sieht das anders aus: Würde man 1% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland für PV nutzen, wäre Deutschland in der Stromversorgung bilanziell zu 100% mit Solarstrom versorgt. Würde man also mehr auf PV und weniger auf Energiepflanzenanbau setzen, hätte die Landwirtschaft viel mehr Fläche für den Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung. Die reine PV-Fläche in Schriesheim umfasst ungefähr 0,8 ha. Dies entspricht ca. 0,03% der Gemarkungsfläche oder ca. 0,09% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Schriesheim.

Was spricht für die PV-Anlage neben der Autobahn? -- Sie orientiert sich an dem „Leitfaden zur Errichtung von Freiflächensolaranlagen“, den das Umweltministerium gemeinsam mit Fachinstituten, Experten für Solarenergie und Landschaftsplanung sowie dem Wirtschaftsministerium des Landes erarbeitet hat. -- Die Flächen neben der Autobahn sind Vorrangflächen für die Solarnutzung, da sie im Vergleich zu nicht dem Autoverkehr und seinen Emissionen ausgesetzten Standorten eher minderwertige Flächen sind. -- Es gibt keinen Austrag von Nitrat, Pestiziden o.ä., was für die Wasserschutzzone, in der die PV-Anlage gebaut werden soll, sehr förderlich ist. Auch deshalb ist gerade die PV-Anlage eine besonders naturverträgliche Umsetzung der Energiewende. -- Der Boden wird nicht versiegelt, sondern nur verschattet.

Außerdem wird die Anlage mit einer Heckenstruktur umrandet. Dadurch wird die Artenvielfalt verbessert (Stichwort Biotopvernetzung). Bereits im November 2018 beschloss der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplans für die PV-Anlage fast einstimmig. Seither ruht das Projekt. Wir wollen dieses Projekt nun voranbringen und haben im Gemeinderat (Sitzung am 11. Dezember) einen Antrag eingebracht, um im Genehmigungsverfahren weiter voranzukommen.

Christian Wolf

Jahreshauptversammlung der Grünen Liste Schriesheim

Viel Grund zum Feiern und besondere Jubiläen

Es war bereits vor 20 Uhr proppevoll im Lamm, alle Plätze waren belegt und die Stimmung bestens. Unsere beiden Vorsitzenden Dagmar Wenger und Robert Hasenkopf-Konrad begrüßten alle Anwesenden und ließen das vergangene Jahr, das viele Neuzugänge und eine große Motivation der Mitarbeit auf ganz breiter Front mit sich brachte, Revue passieren. Robert schwärmte, dass er sich nicht hätte vorstellen können, dass eine solche Welle der Begeisterung in der Grünen Liste noch mal aufkommt und ihn auch noch einmal so richtig mitreißt!

Natürlich wurde über die Aktivitäten der Gemeinderat-Fraktion berichtet und auch die Wahlnachlese zelebriert. Dass die Grüne Liste auch bei den Kommunalwahlen 2019 ihr Ergebnis (wie bislang bei sämtlichen Wahlen seit 1980!) in allen Ortsteilen verbessern konnte und auch Rekorde bei dem Erreichen der meisten Einzelstimmen brechen konnte ist ein Grund zum Feiern!

Wie breitgefächert die Grüne Liste aktuell aufgestellt ist, zeigten auch die Berichte aus den Arbeitsgruppen „Demokratie“, „Wohnen“,  „Kultur“, „Plastikvermeidung“, „Social Media“, „Insektenschutz (Bienen)“ und „Digitalisierung“. Und hier wurde auch deutlich, dass es neben den 9 Stadträt*innen des Gemeinderats auch noch viele weitere überaus aktive Mitglieder gibt!

Besonders gewürdigt wurde die wie immer perfekte Arbeit unseres Kassiers Volker Altmann! Und damit er in Zukunft noch motivierter sein Amt ausüben kann, wurde auch noch eine Satzungsänderung, die eine moderate Beitragserhöhung mit sich bringt, beschlossen.

Zu guter Letzt wurden auch noch zwei besondere Jubiläen gefeiert. Robert Hasenkopf-Konrad ist dieses Jahr seit 30 Jahren im Gemeinderat aktiv und bei unserem Fraktionssprecher Christian Wolf sind es gar 35 Jahre! Als unser Finanzexperte bekam Robert einen Abakus geschenkt und Christian durfte sich über eine Collage im Sgt. Pepper-Cover-Stil von der „Cpt. Christians Grüne Herzen Club Band“ freuen. Zum Abschluss sangen wir alle eine leicht umgetextete Fassung von „Applaus, Applaus“ für die beiden Urgesteine. Es war ein sehr fröhlicher und harmonischer Abend!

Ausschuss für Klima- und Artenschutz abgelehnt

Nur die SPD unterstützte unseren Antrag

Für unseren „Ausschuss für Klima- und Artenschutz“ stimmten nur die SPD, der Bürgermeister und wir. 15 Gemeinderäte waren dagegen. Allerdings betonten alle Redner, dass ihnen auf jeden Fall der Artenschutz, den meisten auch der Klimaschutz, äußerst wichtig sei. Nur zustimmen wollten sie nicht.

Als Alternative wurde vorgeschlagen, den „Arbeitskreis (AK) Grünflächen“, der sich vor einigen Jahren um die Gestaltung der städtischen Grünflächen kümmerte, wieder einzurichten, „denn der hat sich bewährt“. Dieser AK tagte tatsächlich 2015 das letzte Mal – und man weiß nur noch so ungefähr aus der Erinnerung was damals besprochen wurde, denn es wurde nie ein Protokoll angefertigt. Ein Protokoll ist aber für alle Vorgänge in einer Stadtverwaltung von existentieller Bedeutung. Wie sollte sonst bei einem Personalwechsel der Nachfolger wissen was seine Vorgänger besprochen haben und worauf er seine Tätigkeiten aufbauen kann.

Unserer Meinung nach hatte dieser lockere AK damals einen Sinn, kann aber den heutigen Anforderungen an Klima- und Artenschutz nicht gerecht werden. Für unseren Ausschuss hatten wir auch sachkundige Bürger als feste Mitglieder vorgeschlagen. Dabei sollten sowohl Naturschützer als auch Bauern und Winzer daran teilnehmen können. Es sollten Gemeinsamkeiten herausgearbeitet und umgesetzt werden. Wie sagte doch ein Besucher nach der Gemeinderatssitzung: „Da wurde wieder mal eine sinnvolle Initiative gestoppt, nur weil man einem grünen Antrag nicht zustimmen wollte. Die Argumente gegen den Ausschuss waren nicht nachvollziehbar.“

Konstantin Groß kommentierte im Mannheimer Morgen die Ablehnung so: „Grund dafür war kein sachlicher, sondern ein politischer. Die Mehrheit des Gremiums wollte den Grünen einfach nicht den Triumph gönnen, in Schriesheim wieder mal ein politisches Zeichen gesetzt zu haben. Das hat geklappt.“ … „Die Argumente der politischen Konkurrenten, um ihre wahren Beweggründe zu verbrämen, waren teilweise hanebüchen.“

MICHAEL KREBS "Live" im Zehntkeller

Der Exil-Schwabe aus Berlin begeistert die Zuhörer

„Das war der geilste Herbst bisher!“ sagt euphorisch eine regelmäßige Besucherin des Kulturherbsts, den die Grüne Liste Schriesheim Jahr für Jahr veranstaltet. Wenige Minuten zuvor hat Michael Krebs seinen alten Freund und Mitmusiker Jan Wölfer, der ihn für dieses Konzert in den Zehntkeller gewinnen konnte, auf die Bühne geholt. Beide zusammen haben eine begeisternde Version von „Leude“ einem Song, den Krebs gemeinsam mit Marc-Uwe Kling geschrieben hat, als Abschluss des Abends gespielt. Die schöne blaue E-Gitarre, die Wölfer dabei leidenschaftlich bediente, hat er eine halbe Stunde davor seinem Kumpel in bester Gitarrenroadie-Manier umgehängt, als dieser spontan eine autobiographische Coverversion von „Nothing Else Matters“ über seine Jugend in Neu-Kupfer anstimmte.

Wie es dazu kam? Ein fester Teil in dem aktuellen Programm, das der Wahl-Berliner einfach nur „Live“ betitelt hat, ist das Erfüllen von Publikumswünschen, die in der Pause eingereicht wurden. Und auf einem dieser Zettel stand besagter Metallica-Song. In diesem Moment wird das Motto „Live“ vollends plausibel. Was am heutigen Abend im Zehntkeller zu erleben ist, ist nicht eine wiederholte Aufführung eines bewährten Programms, sondern basiert in jedem Moment auf einer Interaktion mit dem Publikum, was ein einmaliges Erlebnis bleibt.

Und Krebs spielt mit diesen Momenten so virtuos wie auch auf den Tasten seines Klaviers. Er hat den Schalk im Nacken und es auch faustdick hinter den Ohren. Ihm gelingt es auch in einem anzüglichen Kontext (Dirty-talk beim Sex) frische Heiterkeit zu erzeugen, die das Schriesheimer Publikum ihm mit begeistertem Gelächter dankt. Viele Geschichten, die er an diesem Abend erzählt und in Songs übergehen lässt, klingen so als hätten sie tatsächlich so stattgefunden, so etwa die umwerfend komische Story wie er vor zwanzig Jahren in Hamburg Hotelpianist im Steigenberger wurde und dann langsam lernte, welche Kniffe man anwenden muss um nicht zu stören, aber dabei auch wach zu bleiben!

Das Schriesheimer Publikum erlebt an diesem Abend eine perfekte Mischung aus tollen Songs, fantastischem Klavierspiel, brüllend komischen Geschichten und spontaner Interaktion. Und viele wünschen sich noch gleich bei den Organisatoren, dass man Michael Krebs unbedingt bei nächster Gelegenheit wieder in den Zehntkeller holen muss! Sollte das der Fall sein gilt es sich frühzeitig eine Karte zu sichern, denn wenn sich das was an diesem Abend geboten wurde herumspricht, ist ein ausverkauftes Haus sehr wahrscheinlich!

Spielplatz-Infotreffen in Altenbach

Wie soll es weitergehen?

Großer Andrang bei unserem Spielplatz-Infotreffen in Altenbach. Das Überfahrtsrecht eines Nachbarn verhindert die Neugestaltung des Spielplatzes. Fraktionssprecher Christian Wolf und Bürgermeister Hansjörg Höfer diskutierten mit den Eltern und suchten Lösungen. Zuerst wird jetzt mit allen Nachbarn gesprochen, ob sie Gelände für die Erweiterung des Spielplatzes an die Stadt verkaufen. Falls die Gespräche nicht erfolgreich sind, muss der Spielplatz leider verkleinert werden, damit die Zufahrt zum Nachbargrundstück getrennt vom Spielplatz gebaut werden kann. Christian Wolf regte noch eine Arbeitsgruppe mit interessierten Eltern an, um die Neugestaltung dann zügig voranzubringen. Vielen Dank an alle, die gekommen sind!

Sich für die Demokratie einsetzen - „Wie funktioniert Populismus?“

mit den Referenten Dieter Roth und Fritz B. Simon

„Sich für die Demokratie einsetzen“ ist das Motto unter dem die Grüne Liste Schriesheim nun schon die zweite Veranstaltung abhält. „Wie funktioniert Populismus?“ ist die Frage, die an diesem Abend thematisiert wird und dazu sind zwei hochkarätige Referenten geladen: Prof. Dr. Dieter Roth hat 1974 die „Forschungsgruppe Wahlen“ (Politbarometer ZDF) mit gegründet. Prof. Dr. Fritz B. Simon ist Psychiater, Psychoanalytiker, Familientherapeut, zudem Mitbegründer des Heidelberger Carl-Auer-Verlag und hat sich als Autor von „Anleitung zum Populismus“ lange und intensiv mit dem Phänomen Populismus beschäftigt. Das Interesse der Schriesheimerinnen und Schriesheimer ist groß, ca. 100 Personen sind an diesem Abend im Goldenen Hirsch zusammen gekommen.

Simon weist als Psychologe darauf hin, dass Populisten immer über Ausgrenzung von Minderheiten agieren, einfach weil es keinen tragfähigen gemeinsamen Nenner gibt, der Mehrheiten klar homogenisiert. Darüber hinaus stellt er klar, dass Populisten Gefühle und Geschichten verwenden um ihre Wirkung zu entfachen und die Gesellschaft zu spalten.

Dieter Roth legt den Fokus auf einen anderen Aspekt. Er als Wahlforscher versucht aufzuzeigen, wie Populisten an die Macht kommen. Er legt schlüssig dar, wie der Begriff „Demokratie“ in seiner ursprünglichen Bedeutung als „Herrschaft des Volkes“ von Populisten benutzt wird und zur Legitimation des angeblichen „Willen des Volkes“ herangezogen wird. Da trifft sich seine Ausführung mit der von Simon, denn eine „Mehrheit“ gibt es nur indirekt über die Abgrenzung von Minderheiten, ist also nur konstruiert legitimiert.

Er erläutert zudem die „7 Tricks der Populisten“

1.       Wir sind das Volk (wir gegen die da oben)

2.       Schlichte Sprache und stätige Wiederholung

3.       Das Schüren von Ängsten

4.       Gezielte Provokationen oder Formverletzungen

5.       Gezielte Falschmeldungen (fake news)

6.       Verbreitung von Verschwörungstheorien

7.       Inszenierung durch Macher und Führer

In der von Magrit Liedloff von der Grünen Liste angestoßenen Diskussion zwischen den beiden Referenten werden weitere Aspekte thematisiert und vor allem die Spaltung der Gesellschaft in Ländern, in denen Populisten an die Macht kommen, als die große Gefahr dargestellt. Beide kommen überein, dass die repräsentative Demokratie ein sehr wertvolles Gut darstellt und auch in ihrer Unvollkommenheit die bislang beste Idee ist, die demokratischen Gesellschaften entwickelt haben.

In der Publikumsdiskussion stellt sich zunächst die Frage, ob der linke Populismus nicht auch ein gesellschaftliches Problem darstellt. Die Manipulierbarkeit von Wahlen durch Social-Media wird ebenfalls thematisiert. Inwieweit der der kalkulierte Tabubruch für mediale Aufmerksamkeit sorgt, oder auch Populisten bevorzugt in den Medien zitiert und eingeladen werden um höhere Einschaltquoten zu erreichen, wird ausgiebig diskutiert und von Seiten der Referenten kommentiert.

Am Ende der Veranstaltung gewinnt man den Eindruck, dass sowohl Veranstalter aber vor allem auch die Zuhörer sehr zufrieden mit dem Verlauf des Abends sind. Weitere Termine in der Veranstaltungsreihe sollen folgen!

Werner Koczwara bastelt aus juristischen Stilblüten ein buntes Programm, das das Zwerchfell strapaziert

120 begeisterte ZuschauerInnen feiern Erfolgsprogramm

Mehrmals an diesem Abend im Zehntkeller sehen sich Sitznachbarn ungläubig in die Augen und fragen sich: "Kann das wirklich sein, dass es einen solchen Paragrafen gibt?" Es kann nicht nur sein, es ist so und das sogar durch alle Instanzen bestätigt!

Die deutsche Justiz basiert auf teilweise haarsträubenden Gesetzestexten. Dass "Juristendeutsch" noch um ein vielfaches schwieriger ist als die ohnehin schon als schwierig geltende Muttersprache, war eine zentrale Zutat in dem Erfolgsprogramm vom Werner Koczwara. So manche Formulierung aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wirkt wie ein Zungenbrecher aus Idiomen, die für einen Nicht-Juristen inhaltlich nur schwer zu erfassen ist.

Diese Vorlagen nimmt Koczwara in bester Mittelstürmer-Manier an um sie unhaltbar im Netz zu versenken. Was in §§ 961f BGB zum Thema "Eigentumsverlust bei Bienenschwärmen" festgelegt wurde, war sicherlich im 19. Jahrhundert ein relevantes rechtliches Problem, wirkt jedoch heute seltsam antiquiert. Trotzdem, oder gerade deshalb wird das Zwerchfell in Koczwaras Ausführungen und Kommentaren an diesem Abend extrem belastet!

Auch die Gerichtsprotokolle über tatsächlich erfolgte Verhandlungen mit teilweise unglaublichen Ansprüchen von Klägern bieten reichhaltiges Potential für teils süffisante Abschweifungen und treffsichere Pointen des Erfolgskabarettisten.

Und so gehen zwei Stunden schnell vorbei und hinterlassen 120 begeisterte Zuschauer, unter denen, wie Koczwara erwähnt, auch immer Juristen sind. So mancher wird sich gedacht haben, dass Jura mit einem solchen Dozenten tatsächlich ein verlockendes Studienfach wäre - hier muss man erwähnen, dass es auch in echten Hörsälen sehr unterhaltsam referendierene Hochschullehrer gibt. Die Grundlagenvorlesung, die Koczwara bietet, ist jedoch losgelöst von der Hochschulreife ein Vergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

Mahnwache gegen Antisemitismus und rechten Terror

Über 100 Mitbürgerinnen und Mitbürger setzen ein Zeichen

Wir freuen uns sehr, dass trotz der sehr kurzfristigen Ankündigung über 100 Mitbürgerinnen und Mitbürger unserem Aufruf gemeinsam den Opfern des rechtsradikal motiverten Terroranschlags von Halle (Saale) zu gedenken und gegen die Spaltung unser Gesellschaft einzutreten, gefolgt sind.

Nicht nur die Grüne Liste, sondern auch die CDU und auch die SPD waren prominent vertreten, was zeigt, dass es eine parteipolitisch übergreifende Betroffenheit gibt, die in dieser spontanen Aktion Ausdruck fand.

Ein besonderer Dank gilt Pfarrerin Suse Best, die den Platz vor der evangelischen Kirche in Schriesheim nicht nur als Veranstaltungsort ermöglicht hat, sondern auch aktiv zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat.

Wie unsere Stadträtin und stellvertretende Bürgermeisterin Fadime Tuncer in ihrer Ansprache betont hat, stehen wir zu der besonderen Verantwortung, die Deutschland gegenüber antisemitischen Tendenzen hat, und werden die Rechte unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gegen antisemitischen Angriffe verteidigen.

Unsere Trauer gilt aber vor allem den Opfern (welche nicht jüdischen Glaubens waren!) dieses perfiden und niederträchtigen Terrorakts, denen wir im Rahmen einiger Schweigeminuten Respekt und Gedenken entgegen gebracht haben.

Wir alle sind betroffen. Und den Sympathisanten des Terroraktes bringen wir klar zum Ausdruck: Ihr werdet unsere Mehrheit nicht brechen!

Über 200 Besucher beim Circus Inclusioni

Der Heidelberger Beschwerdechor unter der Leitung von Bernhard Bentgens verzaubert das Publikum

Die Schriesheimer Mehrzweckhalle war nicht mehr wiederzuerkennen! Dort, wo man sonst in die riesige Halle eintritt, war der Weg umgeleitet, es ging an Anweisern in Livrees vorbei, am Tresen entlang, man stand auf einmal vor einem Popcorn-Automaten, gelangte hinter die Bühne und trat "Ta-ta!" in die erleuchtete Manege!

Und je später man diesen Weg kam, umso größer war das Publikum, das einen dabei erwartete. Weit über 200 Zuschauer kamen zur ersten KULTURHERBST-Veranstaltung 2019 um den "CIRCUS INCLUSIONI" zu erleben. Dieser wurde vom "Heidelberger Beschwerdechor", dem wohl ungewöhnlichsten Chor, den Bernhard Bentgens leitet, aufgeführt. Das Besondere an diesem Chor ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam singen. Inklusion die sowohl Sänger als auch Zuschauer glücklich macht.

Wer Bentgens kennt, weiß dass neu verfasste pointierte deutsche Texte auf bekannte Melodien das Herzstück seiner Chorarbeit darstellen. Und so wird im Circus Inclusioni "Das ist alles nur geklaut" von den Prinzen zu "Das ist alles viel zu hoch!" (aus Rollstuhlperspektive im Alltag), "Sound of Silence" erklingt als "Sound of Blindenstockklingel", ähnlich ergeht es "Sex Bomb" von Tom Jones oder "Gimme your man after midnight" von ABBA. "Born to be wild" bleibt im Originaltext, bekommt nur eine ganz eigene Note, wenn statt einem Harley-Chopper ein Rollstuhl das Gefährt ist, mit dem die Freiheit gesucht wird.

Zwischendurch gibt es Clowneinlagen, Zaubertricks und auch eine Nummer mit wilden Tieren, die man sich in kompletter Dunkelheit allerdings selbst vorstellen muss. Das Schriesheimer Publikum war begeistert und sparte nicht mit Applaus für diesen außergewöhnlichen Zirkus, der die Herzen berührt!

Jan Wölfer

Unsere Position bei der Abstimmung im Gemeinderat zur Sanierung des Gymnasiums

Warum unsere Fraktion dagegen gestimmt hat

Nun ist es so weit: Das Gymnasium wird saniert. Am Schluss waren wir die Einzigen, die gegen die super-teure Sanierung gestimmt haben. Und unsere Bedenken wurden in der Sitzung bestätigt. Aussagen wie "Da werden wir u.U. auf manches Andere verzichten müssen" oder "Da werden sich andere Projekte verschieben" deuten darauf hin, dass in Schriesheim jetzt ernsthaft gespart werden muss.

Was wird in Zukunft zu kurz kommen? Kindergärten, Grundschulen, Realschule, Feuerwehrhaus, Spielplätze, Bau von Sozialwohnungen? Wir wissen es nicht, aber es wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Eine jetzt auf 21,5 Mio € berechnete Sanierung wird nach Aussage von Fachleuten irgendwo bei 30 Mio € enden. Solche enormen Preissteigerungen hatten wir gerade beim neuen Kindergarten und beim Hort.

Wenn wir uns mal die Schülerzahlen ansehen: Das Gymnasium hat ca. 50 % Schriesheimer Kinder und 50 % auswärtige. In unsere Kindergärten und Grundschulen gehen aber 100 % Schriesheimer Kinder. Wir wollen, dass sie auf keinen Fall zu kurz kommen – aber ist das überhaupt noch möglich? Gerne wird ja auch argumentiert: Die Sanierung des Gymnasiums ist das größte Klimaschutzprojekt der Stadt Schriesheim. Es werden nach der Sanierung 500 Tonnen CO2 eingespart. Ehrlicherweise muss man aber die Klimabilanz des für die Finanzierung notwendigen Neubaugebiets (6 Mio € Einnahmen für die Bebauung des ökologisch wertvollsten Geländes rund um Schriesheim) mit einberechnen – und da steuern wir auf ein ganz dickes Minus zu! Sanierung des Gymnasiums plus Neubaugebiet sind zusammen die größte Klimasünde, die wir begehen können.

Nach dem Mehrheitsbeschluss des Gemeinderates werden wir uns jetzt konstruktiv an der Sanierung beteiligen. Die Eltern des Gymnasiums bekommen nach vielen Jahren großen Engagements das, was sie sich wünschten. Aber genau deshalb müssen wir uns nun erst recht auch um alle anderen Gruppen in Schriesheim kümmern: Um die Kindergartenkinder, die Grundschulkinder, deren Eltern, um unsere Feuerwehrleute, um sozial nicht so gut gestellte Menschen, um Alte und Kranke … Wir werden dafür kämpfen, dass es (hoffentlich) durch die jetzige Entscheidung keine Verlierer in Schriesheim geben wird. Schriesheim besteht eben nicht nur aus dem Gymnasium!