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RNZ 30. September 2010 

Der 1. FC Heidelberg „traut“ sich wieder

Der Frauenchor kommt mit dem Programm „JA! ... da braut sich was zusammen“ zum 16. Kulturherbst der Grünen Liste

Sie hatten schon alles an. Dirndl, Abendkleider, Bademäntel und Putzkittel. Für ihr neuestes Programm schlüpfen die 18 Damen des 1. FC Heidelberg – und man munkelt auch ihr Dirigent Bernhard Bentgens – in Brautkleider. „Pass da mal rein!“, sagt Sängerin Sylvia Herlyn: Wie die Kleider auf die Damen im Alter von 39 bis 71 Jahren, so wurden die Lieder auf die Kleider zugeschnitten. Herausgekommen ist ein
abendfüllendes Programm mit dem Namen: „JA!...da braut sich was zusammen.“
Die Schriesheimer Grünen sind zwar nicht vermählt mit Bernhard Bentgens und seiner singenden Schar, aber durchaus „liebgewonnene Bekannte“, wie Christian Wolf es formuliert. Und so kommt es, dass sich der 1. FC Heidelberg zum mittlerweile 16. Kulturherbst wieder nach Schriesheim „traut“, um im Bild zu bleiben. „FC“ steht übrigens für Frauenchor.
„Wir kommen gern“, sagt Bentgens. Vorausgesetzt, der Boden im Zehntkeller ist gefegt – damit die Rocksäume sauber bleiben – und für eine ordentliche Umkleide ist gesorgt. Dass es für die 18 Sängerinnen auf der drei mal zwei Meter großen Bühne kuschelig werden könnte, darauf haben sie sich bereits eingestellt. Bentgens relativiert die etwas umständlicheren Rahmenbedingungen auch direkt: „Wir hatten die schönsten Auftritte hier. Das Publikum ist irre – anspruchsvoll, wohlwollend und frech.“
Zuhören müssen die Leute schon können, um den hintergründigen Humor zu verstehen, mit dem die 18 Frauen und ihr Dirigent seit 20 Jahren A-capella-Abende füllen. Vom Bass – ja, Gisela Fuchs singt nach eigenem Ermessen tiefer als ihr Mann und schafft das tiefe F – bis Sopran, die Damen haben alle Stimm- und Stimmungslagen drauf. Mal komisch, mal ernst sind die Lieder aus eigener Bearbeitung, und zwischendrin wird geplaudert.
Apropos: „Masterbabbler“ Arnim Töpel kommt mit seinem gleichnamigen Programm als weiterer Höhepunkt des Kulturherbsts. Auch Töpel ist oft- und gerngesehener Gast in Schriesheim. Wie Christian Wolf erzählt, geht der Titel seines Programms „Mach doch de Babbe net struwwelisch“ auf eine Aussage des Vaters von Stadträtin Dr. Barbara Schenk-Zitsch zurück. Töpel macht „Mundart“ – zwischen Hochdeutsch und Kurpfälzisch. Der Sprachkünstler erforscht die Bedeutung des Dialekts in Vergangenhei und Gegenwart.
Zwischen diesen beiden kabarettistischen Abenden feiert die Grüne Liste Schriesheim noch sich selbst, das heißt ihr 30. Bestehen mit Programm im Zehntkeller am 16. Oktober. Darüber werden wir separat berichten.

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