RNZ-LB 1. Juni 2011
Zum Artikel „Windräder auf dem Ölberg?“: Sankt-Florian-Prinzip
Für Wolfgang Fremgen geht es um die Sicherheit und Nachhaltigkeit der Energieerzeugung
Unabhängig davon, dass sich aktuell die Frage nach Windkraftanlagen zur Erzeugung regenerativer Energien in Schriesheim gar nicht stellt, wären die politisch sinnvollen Kriterien für oder gegen die „Windräder“ keine der Optik oder Ästhetik dieser Anlagen. Vielmehr geht es um die prinzipielle Frage der Sicherheit und Nachhaltigkeit der Energieerzeugung in Deutschland.
Der GAU im Atomkraftwerk in Fukushima hat gezeigt, dass auch in einem hoch entwickelten Land wie Japan die Atomkraft eine Risikotechnologie ist, die nicht beherrschbar ist. Ganz zu schweigen von dem ungelösten Problem des auf Jahrtausende strahlenden Atommülls.
Wenn man eine Energiewende weg von der Atomkraft haben möchte, ist die Frage nicht die nach Windrädern auf dem Branich oder Ölberg, sondern die, ob man Atomkraft oder Wind und Sonne als Energieträger haben möchte.
Vor die Wahl gestellt zwischen aktiv genutzten oder als so genannte „Kaltreserve“ im Standby-Betrieb laufenden Atomkraftwerken in Biblis und Philippsburg und Windkraftanlagen und Solardächern in Schriesheim würde ich allemal, auch in meiner Verantwortung für die Zukunft meiner Kinder, Wind und Sonne zur Energiegewinnung vorziehen. Natürlich muss dabei dann auch so weit wie möglich die Frage der Landschaftsverträglichkeit berücksichtigt werden.
Aber die Anwendung des Sankt-Florian-Prinzips, sich nur die Rosinen einer politischen Entscheidung herauszusuchen und vermeintlich negative Folgen allen anderen zu überlassen, zeugt nicht von einem großen Verantwortungsgefühl gegenüber dem Ganzen. Dies gilt bei der Standortfrage eines Atomendlagers genauso wie bei der von Windkraftanlagen oder Stromtrassen.





























