MM 30. September 2009
Schriesheim: Technischer Ausschuss beriet mehrere wichtige Projekte: Bebauung „Forschner-Gelände“ und Umbau des Hotels „Zur Pfalz“
Opfermann darf bauen, Appel (noch) nicht
Von unserem Redaktionsmitglied Konstantin Groß
Die Sitzung ist schon fast vorbei, die Bürgerschaft zu Fragen eingeladen, da wird es munter. „Seit drei Jahren eiern wir damit schon rum“, erregt sich Peter Appel. „Wir machen einen Plan nach dem anderen und kommen nicht voran“, schüttelt er den Kopf: „Wir haben die jetzige Planung doch mit der Stadt abgesprochen.“ „Aber der Ausschuss ist eben anderer Auffassung“, erwidert Bürgermeister Hansjörg Höfer gelassen.
Es geht um den „Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage, Bahnhofstraße 32“, wie der Tagesordnungspunkt lautet. Ein Projekt, das im Volksmund „Forschner-Gelände“
heißt, derzeit das größte private Bauvorhaben Schriesheims.
Ausschuss will Änderung
Wie mehrmals berichtet, planen Appel und seine Mit-Investoren ein dreigeschossiges Bauwerk mit 19 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 20 Stellplätzen. Der jetzt vorgelegte Plan, versichert Appel, sei mit der Stadt abgesprochen worden.
Doch die Gemeinderäte im Bauausschuss, vor allem Freie Wähler und Grüne, sehen das anders. Auf einer Begehung am Montagabend fordern sie eine geschlossene Bebauung entlang der Straße, wollen in öffentlicher Sitzung auch gar nicht erst diskutieren, sondern das Votum des Landratsamtes abwarten. „Wir können natürlich auch gleich sozialen Wohnungsbau machen“, zischt ein mittlerweile entnervter Appel.
Mehr Glück hat da sein unmittelbarer Nachbar Jürgen Opfermann. In seiner Bauvoranfrage legt er Pläne zum Umbau seines Hotels „Zur Pfalz“ vor. Das Gebäude soll an der Südost-Seite erweitert und der alte Saal-Eingang abgebrochen werden. Saal selbst und Gaststätte bleiben, Toiletten und Frühstücksraum werden neu gestaltet. Im ersten OG kommt ein Wellnessbereich hinzu.
„Es ist für Schriesheim wichtig und gut, dass der Saal erhalten bleibt“, bringt Gisela Reinhard (Grüne) die positive Haltung des Gremiums zum Ausdruck. Nur Thomas Edelmann (CDU) stimmt dagegen.
Weiter geht es auch im früheren Domizil der Weinhandlung „Divino“ in der Heidelberger Straße 32. Daraus soll ein 56 Quadratmeter großes Café mit Theke und sieben Tischen werden. CDU-Fraktionschef Paul Stang hofft, dass die Einrichtung einen ähnlich positiven Impuls zur Belebung dieser Ecke der Heidelberger Straße setzt wie das Kaffeehaus am Marktplatz. Er regt sogar an, Bestuhlung auf dem Gehweg zu gestatten: „Das wäre zugleich ein Stück Verkehrsberuhigung“– ein Vorschlag, der bei seinem Kollegen Rainer Dellbrügge spontan Zustimmung findet. Die an dieser Stelle fehlenden sechs Parkplätze sieht niemand als grundlegendes Hindernis an: „Die sind ja schon bisher nicht da“, betont Fachmann Alfred Burkhardt (FW). Keine Sitzung eines Gemeinderats-Gremiums ohne Geld für die neue Mensa: Für Malerarbeiten werden 8000 Euro bewilligt, für neue Türen an der Trafostation im Schulzentrumsogar 30 000 Euro.





























