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Christian Wolf zu seinem Amtsverzicht als Stellvertretender Ortsvorsteher von Altenbach

Stillstand in Altenbach

 

In meiner 20-jährigen Tätigkeit als Altenbacher Ortschaftsrat habe ich viele positive Entwicklungen mit entschieden und mitgetragen. Aber leider herrscht in den letzten Jahren in Altenbach weitestgehend Stillstand.

Der erste Bauabschnitt des Ortsmittelpunkts, der Schulhof, ist vorerst gescheitert. Das war leider abzusehen. Schuld ist in den Augen des Ortsvorstehers der Bürgermeister, der allerdings schon seit dem letztem Jahr warnt, dass die Steuereinnahmen zurückgehen werden und dass der Haushalt diese Maßnahme im Moment nicht schultern kann. Aber nicht nur die knappen Finanzen der Stadt, sondern auch das unprofessionelle Vorgehen des Ortsvorstehers ist der Grund für die jetzige Situation. In Altenbach passiert – mal wieder – nichts.

Da gibt es viele Diskussionen über den Schulhof, angeblich mit Allen abgestimmte Pläne, aber es liegt noch nicht einmal ein Beschluss des Ortschaftsrates zu diesen Plänen vor.

Da wird den Eltern versprochen, dass in den Sommerferien die Bagger rollen könnten, um den Schulhof neu zu machen, aber es hat noch gar keine Ausschreibung der dafür notwendigen Arbeiten gegeben. Selbst bei zügiger Bearbeitung und Beschlussfassung könnte der Gemeinderat frühestens im September die Bauarbeiten vergeben – aber da sind die Ferien schon vorbei.

Hier wird mit den Altenbacher Eltern nicht redlich umgegangen.

Wir brauchen wieder einen fairen Umgang im Ortschaftsrat und mit der Schriesheimer Verwaltung. Es muss Schluss damit sein immer nur mehr und mehr zu fordern, ohne Kompromisse einzugehen. Warum lassen wir nicht den Belag des Schulhofs wie er ist und gehen auf die Ideen der Eltern ein: Hier gibt es Vorschläge für Verbesserungen, die bezahlbar sind.

In Schriesheim gibt es schöne Beispiele bürgerschaftlichen Engagements: Da werden die Schulhöfe mit einer Menge Eigenleistung der Eltern, mit Landeszuschüssen oder über Stiftungen finanziert und neu gestaltet. Alles in Absprache mit dem Bauamt. Da gibt es ein positives Miteinander zum Wohle aller. In Altenbach fordert der Ortschaftsrat lediglich: „Wir wollen … Geld“. Der neueste Vorschlag: Erhöhung der Grundsteuer zur Finanzierung des Schulhofes!

Solange sich an dieser Einstellung nichts ändert, wird in Altenbach weiter Stillstand herrschen. Es kann nicht immer nur gefordert werden, es muss auch endlich mal etwas angepackt werden.

Und in Altenbach gibt es nicht nur den Schulhof, es gibt noch mehr zu tun: Die Einwohnerzahl hat abgenommen. Menschen ziehen weg, die Grundschulklassen werden kleiner. Seit Jahren wird auch über den Boltzplatz diskutiert, aber nichts tut sich. Oder die unschöne Überdachung an der Friedhofskapelle: Sie wurde eigentlich als Provisorium gebaut.

Für diese Herausforderungen brauchen wir Strategien – und die müssen besser sein als nur ein neu gepflasterter Schulhof.

Man bekommt den Eindruck, dass der Ortsvorsteher als viel beschäftigter Architekt die vielfältigen Altenbacher Aufgaben nicht ausreichend bewältigen kann. Dafür wird er aber - im Gegensatz zu allen anderen Mitgliedern des Ortschaftsrates - Monat für Monat von der Stadt gut bezahlt.

Ich kann und will die Art und Weise wie dieses Amt ausgefüllt wird nicht mehr mittragen. Der Stellvertreter muss mit dem Ortsvorsteher gemeinsam handeln und Ziele formulieren und vertreten. Das ist für mich aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen nicht mehr möglich. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, das Amt des Stellvertreters nicht mehr zu übernehmen.                             

                                                                                                           Christian Wolf

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