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Wolfgang Fremgen
Wolfgang Fremgen
MTB 30. November 2016 Grüne Liste Schriesheim

Bürgerbeteiligung und das Bohren dicker Bretter lohnen sich: Solaranlagen sind künftig auch in der Altstadt möglich

Von Wolfgang Fremgen

Auch in der Altstadt Schriesheims werden künftig sowohl thermische als auch Solaranlagen zur Stromerzeugung möglich sein. Dies beschloss der Schriesheimer Gemeinderat mehrheitlich mit den Stimmen der GRÜNEN LISTE, der SPD und Teilen der Freien Wähler. Dies ist ein wichtiger Sieg für die Energiewende in unserer Stadt. In dem Zusammenhang hier meine – gekürzte – Rede für die Fraktion der GRÜNEN LISTE.

„Wir unterstützen das generelle Ziel der Altstadtsatzung, die historische Struktur des Stadtkerns zu erhalten. Für uns ist die ‚historische Struktur‘ allerdings kein statischer Begriff, der Veränderungen ausschließt. Solarenergetische Anlagen gehören für uns zum Bild einer modernen Stadt, auch einer Altstadt. Die Neufassung der Satzung berücksichtigt die Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung im Sommer des letzten Jahres. Insgesamt 17 Personen hatten im Prozess der Bürgerbeteiligung Einwendungen vorgetragen, die sich alle für eine generelle Zulassung von Solaranlagen in der Altstadt aussprachen.Die wichtigsten Gründe, warum wir für eine generelle Zulassung von Solaranlagen auch in der historischen Altstadt sind:

1. Wir können nicht bei Klimakonferenzen wie zuletzt in Paris und Marrakesch Versprechungen bezüglich Klimazielen und Klimaschutzmaßnahmen abgeben; wenn es aber konkret wird, lassen wir vor Ort keine Taten folgen.

2. Das Klimaschutzkonzept von 2015 besagt, dass Schriesheims energetische Potenziale eindeutig im Bereich der solaren Energienutzung liegen.

3. Die Beschränkung von Photovoltaikanlagen in matter Ausführung lässt thermische und photovoltaische Solaranlagen äußerlich fast gleich aussehen. Deshalb wäre eine genehmigungsrechtlich unterschiedliche Behandlung nicht sachgerecht.

4. Die Beschäftigten und Inhaber von Heizungsbaufirmen können sich freuen. Denn die regionale Wertschöpfung bei der Installation von Photovoltaikanlagen liegt laut Klimaschutzkonzept im Bereich von Investition, Planung und Installation einmalig bei 850 €/Kw, Wartung und Neubeschaffung nicht miteingerechnet.

Fazit

Mit ihren gestalterischen Beschränkungen bei der Anbringung von Solaranlagen ist der vorliegende Entwurf der Altstadtsatzung ein guter Kompromiss, der einerseits die historische Struktur unseres Stadtkerns erhält, andererseits aber auch veränderten gesellschaftlichen Erfordernissen Rechnung trägt.“