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Dr. Barbara Schenk-Zitsch
Dr. Barbara Schenk-Zitsch

MTB 30. März 2011 Grüne Liste Schriesheim

Vor der eigenen Türe kehren - „Alles kann man sauber machen, nur nicht einen schmutzigen Mund.“ (afrikanisches Sprichwort)

Von Dr. Barbara Schenk-Zitsch

Zugegeben, es gibt spannendere Themen, als die Sauberkeit öffentlicher Flächen. Aber es ist immer noch das Thema, auf das ich am meisten angesprochen werde. Auch Bürgermeister Höfer thematisierte es in der letzten Gemeinderatsitzung. “Wenn alle Schriesheimer einmal im Monat den Besen in die Hand nehmen, dann ist die Stadt innerhalb eines halben Jahres sicher sauber.“

So weit würde ich jetzt nicht gehen, da es auch noch genügend Flächen in der Stadt gibt, die nur durch das Bauamt oder die Straßenreinigung zu bewältigen sind. Letztere reinigt auf (Spar)Beschluss des Gemeinderats nur noch einmal im Frühjahr und einmal im Herbst plus Sonderreinigungen nach Bedarf. Nach einer Richtlinie des Regierungspräsidiums Karlsruhe bewegt sich eine Gemeinde damit immer noch „im Rahmen des Üblichen.“

Klagen wegen des seltenen Einsatzes der Kehrmaschinen kommen vor allem von den Bewohnern der Talstraße, deren Häuser extrem aufgewirbeltem Staub, Dreck und Schneematsch ausgesetzt sind. Hier wäre es sicherlich angebracht, zwei Sonderreinigungen im Jahr zu finanzieren.

Ansonsten gilt das chinesische Sprichwort „Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür, dann wird die ganze Strasse sauber“- womit wir bei der schwäbischen (korrekterweise württembergischen) Kehrwoche angelangt wären. Laut Wikipedia ist dies die „geregelte Reinigung gemeinschaftlich benutzter Bereiche im Gebiet des ehemaligen Württemberg. Sie beruht auf einer Vielzahl von Erlassen aus dem 15. Jahrhundert, um die Menschen zu Ordnung und Sauberkeit in ihrem häuslichen Umfeld anzuhalten.“

Ich sehe es absolut nicht als spießig und kleinbürgerlich an, wenn die Bewohner der Häuser, seien es Besitzer oder Mieter, dafür Sorge tragen, dass „ihr“ Gehweg regelmäßig gekehrt wird, genauso wie sie es mit dem Schneeräumen praktizieren (müssen).

Sauberkeit fängt bei jedem selbst an und dass man sich in seiner Umgebung wohl fühlt, hängt maßgeblich von deren ordentlichem und ästhetischen Zustand ab. Außerdem- ein bisschen Bewegung an der Luft schadet keinem und -das sieht man bei Fahrten über die Dörfer- es begegnen sich Gleichgesinnte, denen das Fegen bei einem netten Gespräch mit dem ebenfalls aktiven Nachbarn sogar Freude bereitet. Die Erkenntnis, dass jeder vor seiner eigenen Türe kehren soll, ist gar nicht so neu. Schon im Stuttgarter Stadtrecht von 1492 steht geschrieben: „Damit die Stadt rein erhalten wird, soll jeder seinen Mist alle Wochen hinausführen...“

Vielen Dank an alle, die am Sonntag in Schriesheim zur Wahl gingen! In „meinem“ Wahllokal hatten wir sogar eine Rekordwahlbeteiligung von über 76%! Wahrlich ein “Festtag der Demokraten“(Jan Sellner, MM).

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