MTB 29. Juni 2011 Grüne Liste Schriesheim
Schriesheim braucht neue Krippenplätze
Von Fadime Tuncer
Ab August 2013 soll jedes Kind unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz haben. Die in diesem Rahmen genannten 34% Bedarfsdeckung an Betreuungsplätzen sind jedoch nur als Richtwert zu verstehen.
Konkret für Schriesheim bedeutet das: z.Zt. haben 91 Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz. Das sind ca. 30%, was aber nicht heißt, dass wir bei Erreichung von 34% aufhören dürfen, Betreuungsangebote zu schaffen. Vielmehr müssen wir uns an dem tatsächlichen Bedarf orientieren und der könnte auch drüber liegen. Denn die Nachfrage für Krippenplätze für unter Dreijährige ist in Schriesheim stetig steigend. Nach den Anmeldungen und Wartelisten zu urteilen werden in Schriesheim noch 60 Plätze benötigt.
Der demographische Wandel ist hier noch nicht zu spüren. Im Gegenteil: Die Nachfrage an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige ist hoch. Das liegt wohl auch an der gestiegenen Akzeptanz dieser Betreuungsmöglichkeiten und -einrichtungen.
Und wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Familien diesen zukünftigen Rechtsanspruch auch zu ermöglichen. Der darf nicht nur auf dem Papier stehen. Eltern müssen diesen auch in Anspruch nehmen können, um Familie und Beruf in Einklang bringen zu können und natürlich für die frühkindliche Förderung der ganz Kleinen.
Unser ambitioniertes Ziel ist eben diesen tatsächlichen Bedarf so schnell wie möglich zu decken. Es bleibt uns nicht erspart, aufgrund der beschränkten Räumlichkeiten in den bereits bestehenden Einrichtungen und der steigenden Nachfrage, nach neuen Krippenplätzen Ausschau zu halten. Damit müssen wir recht früh beginnen.
Wir würden es z.B. sehr begrüßen, wenn sich die nächsten neuen Gruppen östlich der B3 befinden würden. Dabei sollte auch geprüft werden, ob auf dem OEG-Gelände, also der OEG-Bebauung, auch wenn die Planungen bereits fortgeschritten sind, die Einrichtung einer Gruppe für unter Dreijährige noch möglich wäre. Zu begrüßen ist auf jeden Fall die Einrichtung einer neuen Krippe, die zentrums- und ÖPNV-nah ist. Dies würde den Eltern ohne Zeitverlust die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglichen oder die im Ortskern vorhandene Nahversorgung in Anspruch zu nehmen. Dieser Faktor hat eine ganz große Bedeutung für eine gesunde Stadtentwicklung, für eine lebendige Stadt - da gehören die ganz Kleinen einfach dazu.
Wenn wir zukünftig über neue Mobilitätsformen nachdenken, so müssen wir auch nach ÖPNV nahen Standorten für die Errichtung von Kinderkrippen und/oder die Anmietung von Räumlichkeiten suchen.
Leider hat sich die Anmietung von Räumlichkeiten in den letzten Jahren als sehr schwierig erwiesen: Es bestehen bauliche Vorschriften, die bei Anmietungen nicht ohne hohe kostspielige Umbauten zu realisieren sind. Daher ist noch einmal darüber nachzudenken, ob die Stadt doch vielleicht selber baut.
Aus den oben genannten Gründen bitten wir die Verwaltung daher grundsätzlich die Einrichtung von Krippenplätzen östlich der B 3 zu prüfen und auch mit den OEG-Investoren zu reden.
Wir würden es sehr begrüßen, wenn ein Mix an Vielfalt von Betreuungsangeboten für unter Dreijährige erhalten bleibt und auch die Standorte so vielfältig wie möglich sind. So können alle Bedürfnisse und Lebenslagen Berücksichtigung finden.






























