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Wolfgang Fremgen
Wolfgang Fremgen

MTB 29. Juni 2011 Bündnis 90/Die Grünen

Immer mehr Menschen leben grün

Von Wolfgang Fremgen

Immer mehr Menschen fühlen sich einem nachhaltigen und ökologischen Lebensstil verpflichtet. Sie zeigen und praktizieren dieses Lebensgefühl in vielen Bereichen. Viele kaufen Bio-Produkte, manche legen vor allem Wert auf Erzeugnisse aus der Region. Beim Autokauf achten sie auf die Verbrauchswerte, und zuhause haben sie auf Ökostrom umgestellt. Auch in der Wirtschaft erkennen immer mehr Unternehmen, dass sie mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben und neue Arbeitsplätze schaffen können.

"Grüner leben" ist nicht kompliziert und muss nicht teurer sein

Klar: Schon der Griff zur Öko-Banane macht das Leben ein bisschen grüner. Aber das muss nicht alles sein. Viele andere Bereiche des Alltags können ein wenig besser, grüner gestaltet werden. Es geht uns um ein Leben mit weniger Lärm, Luftverschmutzung, Umweltgiften und CO2. Um gesundes Essen ohne Gentechnik. Um gute, sinnvolle Arbeit, die trotzdem Zeit lässt für Kinder und Familie, um Freundschaften zu pflegen, Sport zu treiben, ein Ehrenamt zu bekleiden – oder auch einfach mal abzuschalten. Wenn man die Folgekosten nicht nachhaltigen Konsumierens mit einberechnet, ist „Grüner leben“ nicht teurer.

"Grüner leben" heißt: Verantwortungsvoll und ethisch bewusster konsumieren

Es geht um ein Mehr an Lebensqualität. Und es geht darum, auf den Prüfstand zu stellen, wie wir heute und morgen leben und zusammenleben, was wir verbrauchen, wie wir uns fortbewegen und uns ernähren. Wie wir weitaus intelligenter und sparsamer mit Energie und Wertstoffen umgehen können. Wie wir verantwortungsvoller und ethisch bewusster konsumieren. Was unsere Bank mit unserem Geld macht. Wie wir eigenes Handeln und eine global gerechte Entwicklung in Einklang bringen.

Kein "grüneres Leben" ohne soziale Gerechtigkeit

Aber: "Grüner Leben" kann nur, wer die materiellen Grundlagen dafür hat. Für die Friseurin, die für 4 Euro die Stunde schuften muss, bleibt die Biotheke ein Luxusobjekt. Wer keine Arbeit findet, hat andere Sorgen als seine Work-Life-Balance. Deshalb können wir nicht über ein grüneres Leben reden, ohne gleichzeitig über soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und Bildungschancen zu sprechen.

Die Politik muss den Rahmen setzen - die Entscheidung, welches Lebensmodell angestrebt wird, muss jeder in eigener Verantwortung treffen!

Weil "grüner Leben" keine rosa Seifenblase für Lifestyle- und PR-Berater sein darf, ist die Politik gefragt, den notwendigen Rahmen zu setzen. Mit dem Grünen New Deal haben die GRÜNEN einen Plan, mit dessen Hilfe in den Zukunftsfeldern Klimaschutz, Bildung, Kinderbetreuung, Gesundheit und Pflege eine Million neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Die Wirtschaft braucht klare, verbindliche Regeln entlang ökologischer und sozialer Kriterien, um sich aus der Krise heraus zu modernisieren.

Die GRÜNEN wollen nicht bestimmen, nach welchem Lebensmodell andere leben sollen, das muss jede Person in eigener Verantwortung für sich entscheiden. Ziel grüner Politik ist es, das sehr individuelle Streben nach Glück mit gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung zu vereinbaren.

(Quelle: Bearbeitet nach www.gruene.de)

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