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Grausige Terroranschläge in Norwegen sind mit das Ergebnis von Rassismus und Antiislamismus

MTB 27. Juli 2011 Bündnis 90/Die Grünen

Grausige Terroranschläge in Norwegen sind mit das Ergebnis von Rassismus und Antiislamismus

Von Wolfgang Fremgen

Zu den Terroranschlägen in Norwegen erklären Claudia Roth und Cem Özdemir, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Wir sind fassungslos und voller Trauer angesichts dieses feigen und menschenverachtenden Verbrechens. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl sind in diesen Stunden bei den Opfern, ihren Angehörigen und auch bei allen Menschen in Norwegen. Wie hasserfüllt muss ein Mensch sein, um offenbar alleine solch grausame Taten zu verüben und unschuldige Menschen zu ermorden? Dass der Täter offenbar der rechtsextremen Szene entstammt, zeigt einmal mehr, wie gefährlich rassistische und fremdenfeindliche Ideologien sind. Wir dürfen ihnen keinen Fußbreit Raum in unseren offenen Gesellschaften lassen. Das gilt für Norwegen genauso wie für Deutschland.“

Welche Motive hatte der Attentäter für seine Taten?

Was bringt einen Menschen dazu, hilflose und unschuldige junge Menschen kaltblütig zu ermorden. Ist er psychisch krank, wurde er irgendwann so verletzt, dass er seinen ganzen Hass auf Unschuldige überträgt oder sind seine Taten gar politisch motiviert? Der Attentäter bezeichnete die Tötungen als „grausam, aber notwendig“.  Kurz vor den Anschlägen verschickte er per E-Mail eine 1500 Seiten starke Schrift, in der zu Gewalt gegenüber Muslimen und Kommunisten aufgerufen wird. Er rechtfertigte darin seine Gräueltaten damit, dass er Europa habe vor "Marxismus und Islamisierung" retten wollen. Er sei auf einem Kreuzzug gegen den Multikulturalismus. Ihm gehe es unter anderem um "Rassenkrieg" und die Frage, wie Europa sich von Zuwanderern und Marxisten befreien könne.

Ein rechtspopulistisches gesellschaftliches Klima bereitet den Nährboden für rassistische Taten  

Rechtspopulistische Strömungen, die antiislamistische und antimultikulturelle Stimmungen bedienen, kann man nicht gleichsetzen mit Rechtsextremisten, die kaltblütig Menschen ermorden. Aber sie bereiten den geistigen Nährboden, auf dem solche rassistisch motivierten Taten gedeihen können. Wer eine Gesellschaft gegen das „Andersartige“ abschottet und seine Privilegien und Aggressionen durch verallgemeinernde und verabsolutierende Wertungen tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zwischen Menschen zum eigenen Nutzen und zum Schaden anderer rechtfertigt, agiert rassistisch. Vor diesem Hintergrund hat der Attentäter von Norwegen wohl gehandelt.      

Drum: Für eine offene Gesellschaft - Gegen den Rassismus!

Auch in Deutschland gibt es rechtspopulistische Strömungen, die vorwiegend mit antiislamischen und antieuropäischen Vorurteilen arbeiten. Lassen wir es nicht zu, dass diese Gruppierungen Zulauf bekommen. Mehr Städtepartnerschaften sowie die Schaffung ähnlicher Lebensbedingungen innerhalb der EU werden mit dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis für andere Meinungen und Religionen zu fördern. Nicht Abschottung und Kleinstaaterei in Europa sind angesagt, sondern Toleranz und Respekt für andere Länder und Kulturen.

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