MTB 4. Mai 2011 Bündnis 90/Die Grünen
Den privaten Atomausstieg machen und Stromwechsler werden!
Von Wolfgang Fremgen
Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte in unverantwortlicher Weise die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert und den großen Energiekonzernen RWE, E.ON, Vattenfall & EnBW damit eine Lizenz zum Gelddrucken beschert. Gegen den Willen der Mehrheit in der Bevölkerung sollten die veralteten Atomkraftwerke länger am Netz bleiben. Inzwischen hat die schreckliche Realität in Form der japanischen Atomkatastrophe Regierung und Konzerne eingeholt und die Debatte um die Nutzung der Atomenergie wieder auf die politische Tagesordnung gesetzt. Auch wenn die Atomlobbyisten zu Beginn der Atomkatastrophe in Japan sich in Demut und kleinlaut zurückhielten, sitzen sie mittlerweile schon wieder in den Startlöchern, um ihre Wirtschaftsinteressen gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen.
Großproteste und Verbrauchermacht
Wie der gesellschaftliche Kampf um die Nutzung der Atomkraft nun weitergeht, hängt in erster Linie vom öffentlichen Druck auf die Bundesregierung ab. Deshalb sind Großproteste wie der bundesweite Aktionstag am 25. April an den AKW-Standorten so wichtig. Aber auch jeder Einzelne kann etwas tun. Denn durch den Wechsel des Stromanbieters kann man der Atomindustrie den Geldhahn ein Stück weit zudrehen und den Atomausstieg in die eigenen Hände nehmen. Die Preise der Ökostromanbieter sind in den letzten Jahren deutlich seltener erhöht worden als die der großen Energieunternehmen. In manchen Regionen kann mit einem Wechsel sogar gespart werden. Auf jeden Fall kann man sicher sein, dass sein Geld für den Ausbau und die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien verwendet wird und nicht in den Taschen der Atomkraftbetreiber landet.
Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom
Einige vermeintliche Anbieter erneuerbaren Stroms sind Tochterfirmen der großen Energieunternehmen und somit mit der Atom- und Kohlewirtschaft verbunden. So befindet sich beispielsweise der Anbieter NaturEnergie im Besitz von EnBW. Deshalb ist es wichtig, einen Ökostromanbieter zu wählen, der unabhängig von der Atomindustrie ist.
Die echten Ökostrom-Anbieter
Die vier Stromanbieter Naturstrom, Lichtblick, Greenpeace Energy und die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) sind garantiert eigenständig und im gesamten Bundesgebiet verfügbar. Die Anbieter garantieren, dass mindestens die Hälfte des gelieferten Stroms aus erneuerbaren Energien stammt und höchstens 50 Prozent aus modernen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit Erdgas. Außerdem wird ein Großteil der Gewinne in neue Kraftwerke zur Gewinnung erneuerbarer Energien reinvestiert.
So funktioniert der Wechsel
Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter ist unkompliziert und nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Einem Stromwechsler entsteht zu keiner Zeit ein Nachteil. Weder muss man eine Wechselgebühr zahlen, noch kommt es zu Stromlücken beim Umzug vom alten zum neuen Anbieter. Auf der Internetseite www.atomausstieg-selber-machen.de kann man die Verträge online ausfüllen. Für den Wechsel braucht man lediglich die Nummer des Stromzählers, die man entweder direkt auf dem Stromzähler selbst oder auf der aktuellen Stromrechnung findet. Sobald der neue Stromvertrag abgeschickt ist, kümmert sich der neue Anbieter um alles weitere. Er übernimmt auch die Kündigung beim alten Anbieter. Man muss nicht selbst kündigen.
Fazit: Jeder kann den Atomkonzernen die rote Karte zeigen!
Jeder kann seinen Beitrag leisten und der Atomindustrie den Geldhahn zudrehen. Nehmen wir den Atomausstieg in die eigenen Hände. Einfach dem Atomstromanbieter die Freundschaft kündigen und zu echtem Ökostrom wechseln.






























