MTB 26. August 2009 Grüne Liste Schriesheim
Hoffnungslos?
In Schriesheim ist es ein Dauerthema, auf das auch ich ständig angesprochen werde: Unsere Stadt ist zu schmutzig! „Da muss endlich etwas passieren, das wird ja immer schlimmer!“
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg..... „Strafen hilft!“, so die Meinung der Mannheimer Verwaltung. Seit April 2003 werden dort Müllsünder zur Kasse gebeten. Weil viele Bürger laut Umfrage Mannheim als zu schmutzig bewerteten, wurde ein „Konzept zur Verbesserung der Sauberkeit“ verabschiedet, das übrigens 92% der Bürger befürworteten.
Das Konzept enthält mehrere Bausteine, zu denen die Aktivitäten des kommunalen Ordnungsdienstes gehören. Seit Anfang 2003 überwacht er die Vorschriften über das Entsorgen persönlichen Kleinmülls in der Öffentlichkeit. Nach einer dreimonatigen Phase der Aufklärung und Ermahnung von „Müllsündern“ (Aktion gelbe Karte) wurde es ernst (Aktion rote Karte): jeder, der dabei ertappt wird, wie er seine Kippe, sein Papier, seine Essenstüten usw. auf offener Strasse entsorgt oder die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht beseitigt, muss zahlen.
(Auszug aus dem Bussgeldkatalog: Hundehaufen 10-50€; Zigarettenkippen 10€; Papier, Taschentücher 10€, Dosen 25€.)
Unsere Stadtreinigung ist nahezu machtlos gegen die tagtäglich weggeworfenen Brötchentüten und Riegelverpackungen, die Hinterlassenschaften der Hunde auf Rasen, Spielplätzen!! und sogar auf dem Rasen der Kriegsopfergedenkstätte. Zusätzlich Personal für Umweltsünder einzustellen ist finanziell nicht machbar und vor allem auch nicht einzusehen. Tatsache ist, dass jeder, der auf öffentlichen Strassen und Plätzen seinen Müll entsorgt, die Allgemeinheit schädigt.
Also auch Bußgelder für Müllsünder in Schriesheim? Dies wäre ein Erfolg verspre-chender und umsetzbarer Beitrag zur Vermeidung von Schmutz und zu einem sauberen Stadtbild. Auch aus der Sicht des Stadtmarketings spielt das Thema Sauberkeit eine grosse Rolle, denn das Wohlbefinden der Einwohner und der Gäste wird stark von der Sauberkeit der Umgebung beeinflusst.
Ob wir in Schriesheim längerfristig um Strafen für Müllsünder herumkommen, liegt letztendlich an der Einsicht der Verursacher. Ich werde das Thema jedenfalls nicht aus den Augen verlieren. Als Optimist glaube ich eigentlich immer noch an die Lernfähigkeit der menschlichen Spezies, dass sie in der Lage sein müßte, ihren eigenen Abfall und die Hinterlassenschaften ihrer Hunde selbst ! mustergültig zu entsorgen. Damit kann doch keiner ernsthaft überfordert sein!
Und wer das bezweifelt, sollte wenigstens Abraham Lincoln Glauben schenken, der weise dozierte: „Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun könnten.“
Dr. Barbara Schenk-Zitsch





























