MTB 26. August 2009 Bündnis 90/Die Grünen
Grüne Standpunkte VI: Verbraucher und Verbraucherinnen an die Macht
Gammelfleisch und Genfood, mangelhafte Schutzrechte für Kundendaten, Abzocke der Energiemonopolisten bei den Strom-, Gas- und Kraftstoffpreisen, nicht ausreichend gekennzeichnete Lebensmittel, was in den Produkten wirklich drin ist und unter welchen Bedingungen sie hergestellt sind, diese Konsumbedingungen sind nicht verbraucherfreundlich und haben nichts mit Informationsfreiheit, Wahlfreiheit und Sicherheit zu tun.
Welche Ziele hat eine Grüne Verbraucherpolitik?
Eine Grüne Verbraucherpolitik will in einer immer unübersichtlicher werdenden Konsumwelt Verbraucherinnen und Verbraucher auf Augenhöhe mit den Anbieterinnen und Anbietern von Produkten und Dienstleistungen bringen. Grüne Politik will die Menschen besser vor Abzocke, dem Verlust ihrer Ersparnisse und vor Falschberatung schützen. Außerdem hat eine an den Menschen orientierte Verbraucherpolitik dafür zu sorgen, dass die Produktion von Waren nicht unter unwürdigen und ausbeuterischen Bedingungen oder mittels Kinderarbeit stattfindet. Notwendige Rechte auf Information, Schutz und Wahlfreiheit müssen geschaffen werden.
Welche Mittel setzt eine Grüne Verbraucherpolitik ein?
- Wir wollen auf europäischer Ebene in Brüssel dafür sorgen, dass
- Obst und Gemüse nur noch pestizidfrei produziert werden darf.
- Die wirtschaftlichen Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher bei allen Energiefragen, Fahrgastrechten und Konsumgütern wie z.B. Spielzeug müssen im Vordergrund stehen.
- Jeder Konsument soll die Wahlfreiheit haben, zwischen alternativen Produkten zu wählen. Nur dann kann er selbstbestimmt handeln.
- Diese Wahlfreiheit kann aber nur derjenige wirklich nutzen, der bei jedem Teil der Nahrungskette weiß, was drin ist und unter welchen Bedingungen die Waren produziert wurden. Deshalb fordern wir, ein umfassendes Informationsrecht für Verbraucherinnen und Verbraucher.
- Transparente Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln. Dies gilt auch für die Frage, ob das Fleisch, die Milch oder der Käse von Tieren stammen, die mit Genmais oder Gensoja gefüttert wurden.
- Förderung eines nachhaltigen Lebensstils, der Menschen dazu veranlasst, quälerische Massentierhaltung abzulehnen und saisonale Biolebensmittel zu kaufen.
- Ein Nachhaltigkeitssiegel soll die ökologischen und sozialen Auswirkungen einer Ware wie Klimaschäden dokumentieren.
- Schaffung einer Bund-Länder-Stiftung für eine aktive und wirksame Verbraucheraufklärung mit einem erweiterten Bildungs- und Beratungsangebot.
- Schulküchen, Kantinen und Mensen sollen verstärkt gesundes Essen, Fairtrade- und Bioprodukte bieten.
- Faire Energiepreise und echter Wettbewerb auf den Energiemärkten. Schaffung klimafreundlicher und sozialer Tarifmodelle.
Wer die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland stärken möchte, muss am 27. September „Grün“ wählen.
Wolfgang Fremgen





























