
- Dr. Barbara Schenk-Zitsch
MTB 26. Januar 2011 Grüne Liste Schriesheim
Auch Schriesheimer Zigarettenrauch ist giftig
Stellungnahme der Grünen Liste zu der Verwaltungsvorlage anlässlich des Pressegespräches vom 22.1.2011 mit MM und RNZ
Von Dr. Barbara Schenk-Zitsch
Da die beiden Artikel von Stil und Inhalt sehr stark abweichen, möchte ich hier mein wörtliches Statement wiedergeben.
Die Grüne Liste ist von manchen Aussagen der Verwaltungsvorlage enttäuscht. Wir sind sicher davon ausgegangen, dass der Bürgermeister unseren Antrag im Sinne des Gesundheitsschutzes vorbehaltlos unterstützt oder zumindest für 2012 positive Signale aussendet. Wie die Diskussion allerdings momentan geführt wird, bekommt man den Eindruck, dass mehr Kreativität und Energie in die Verhinderung eines positiven Ausgangs gesetzt wird, als in dessen Verwirklichung.
Für uns nicht nachvollziehbar ist der Schlusssatz der Verwaltungsvorlage, der wieder alles in Frage stellt „…es muss jedoch darüber nachgedacht werden, ob man sich wirklich über die gesetzlichen Bestimmungen hinwegsetzen will und ob man mit einem Rauchverbot dem Mathaisemarkt nicht eher schaden könnte."
Ein Rauchverbot schadet nicht, sondern macht für viele Menschen die Zelte erst wieder nutzbar und attraktiv, denn immerhin sind 75% der Bevölkerung Nichtraucher. Familien, deren Kinder besonders durch den giftigen Zigarettenrauch gefährdet sind, und Ältere mit Lungen- und Atemproblemen können dort endlich befreit aufatmen.
Leider übernimmt die Verwaltung in der Vorlage komplett die Stellungnahme des BDS. Diese zeugt von einer erschreckenden Verharmlosung wissenschaftlich erwiesener medizinischer Fakten. Es wird der Eindruck erweckt, dass der Rauch im Gewerbezelt dank einer Höhe von 8,5 Metern nach oben steige und auch durch die Türen und eine nicht winddichte Außenwand immer Frischluftzufuhr gewährleistet sei. Erwiesen ist dagegen, dass bei fortgesetzter Rauchbelastung nicht einmal ein Luftaustausch mit Windstärken eines Tornados zu einer vollständigen Beseitigung der Schadstoffe des Tabakrauches führt.
Es gibt keine Tabakkonzentration, die medizinisch unbedenklich ist! Tabakrauch ist krebserzeugend, erbgutschädigend und fruchtschädigend.
Außerdem, so argumentiert der BdS, sei es für den Welde-Stand „überlebenswichtig“, dass geraucht werden darf, da Biertrinker meist auch Raucher seien.
- Zwanzig Studien aus Ländern, die beim Nichtraucherschutz Vorreiter sind, belegen, dass es nicht zu Umsatzeinbußen kommt und auch die Wirte auf dem („rauchfreien“) Oktoberfest haben „überlebt“. Auch der Festzeltwirt Maier teilt diese Bedenken nicht.
- Auch besteht eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber den Schriesheimer Straußwirtschaften, in denen nicht geraucht werden darf.
- Übrigens darf auch aus brandschutztechnischen Vorschriften in den Ausstellungszelten des Maimarktes nicht geraucht werden! Ich habe auch bei vielen BDS in der Umgebung nachgeforscht und habe keine Gewerbeschau gefunden, bei der geraucht werden darf.
Die Argumentation der Verwaltung, die den Gesundheitsschutz durch ein Rauchverbot gegen die potentielle Gefahr durch Gedränge am Festzelteingang ausspielt, ist unseriös. Wir haben den Antrag vier Monate vor Beginn des Mathaisemarktes vorgelegt, unserer Meinung nach genügend Zeit für die Erstellung eines Konzeptes, das das Gedränge vor dem Zelt nur (laut Festzeltwirt Maier) an den Samstagabenden regeln müsste. Auch fragen wir uns, warum das von der Verwaltung als Voraussetzung für die Umsetzung des Rauchverbotes geforderte Konzept nicht schon seit Jahren in Kraft ist, denn „bei einem Notfall ist den Rettungskräften der Zugang zum Zelt schon jetzt nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich“ (Feuerwehr-Kommandant Scherer). Ein Rauchverbot verschärft vielleicht die Situation noch (allerdings ist es Spekulation die Anzahl der potentiellen Raucher vor dem Festzelt zu schätzen), ist aber nicht ursächlich hierfür.
Unser Antrag wäre doch eine gute Gelegenheit, jetzt ein Gesamtkonzept zu erstellen, vor allem mehr Raum vor dem Festzelt zu schaffen, denn ein Rauchverbot (spätestens das gesetzliche!) kommt bestimmt, dann muss ja auch Vorsorge getroffen werden!





























