MTB 25. November 2009 Grüne Liste Schriesheim
Sensibilität
In der Markt-und Kulturausschuss-Sitzung vergangene Woche war den Organisatoren des Mathaisemarkt-Programmes ihre Vorfreude auf Schriesheims grösstes Fest ins Gesicht geschrieben. Ich freue mich auch darauf –auf das Flair und den Duft des Rummelplatzes, auf Süßes und Herzhaftes, das dort immer besten schmeckt. Was mich aber von Jahr zu Jahr betroffener und trauriger macht, sind die Trinkgewohnheiten mancher Erwachsener und Jugendlicher.
Der Mathaisemarkt, wie der Name schon sagt, ist in seinem Ursprung ein Krämermarkt, kein Weinfest. Natürlich haben sich die Zeiten gewandelt, aber dieses traditionelle Fest auf ein reines Weinfest zu reduzieren, auf dem jedes Jahr der Alkoholumsatz in neue Rekordhöhen gesteigert werden soll , bedeutet falsche Prioritäten zu setzen. Darunter leidet auf Dauer das Niveau des eigentlich sehr schönen Festes. Diese Tendenz schadet nicht nur der Leber der Dauer-Konsumenten, sondern auch den Bemühungen um ein erfolgreiches Stadtmarketing.
Welchen Eindruck bekommen auswärtige Besucher, wenn Betrunkene Schriesheim am Mathaisemarkt unsicher machen - mit allen unschönen Begleiterscheinungen: Polizeieinsätzen, Rettungswagen, negativen Schlagzeilen.
Ständiges Animieren –leider auch von offizieller Seite- verharmlost die Gefahren des Alkoholkonsums. Nicht jeder versteht damit umzugehen, im Gegenteil: es erfordert Mut „nein“ zu sagen, weil die Öffentlichkeit an mäßigem bis übermäßigem Alkoholkonsum kaum Anstoß nimmt und Abstinente fast belächelt werden. Wahrer Genuss definiert sich über Qualität und nicht über Quantität.
In diesem Sinne hoffe ich für den Mathaisemarkt 2010 auf Achtsamkeit und Sensibilität.
Wer will Schriesheim schon verschwommen sehen?
Dr. Barbara Schenk-Zitsch





























