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Wolfgang Fremgen
Wolfgang Fremgen

MTB 23. Februar 2011 Grüne Liste Schriesheim

Nicht überall ticken die klimapolitischen Uhren wie in Schriesheim!

Von Wolfgang Fremgen

Ende 2010 entschied sich der Schriesheimer Gemeinderat in einer Mehrheitsentscheidung für eine Gasheizung plus kleinem Blockheizkraftwerk im Rathaus. Die Fraktion der Grünen Liste Schriesheim hingegen hatte aus Klimaschutzgründen mit Holz-Pellets eine regenerative Energieform gefordert. In seinem Kommentar - überschrieben mit „Klimakiller“ - bewertete RNZ-Redakteur Carsten Blaue das Ja des Schriesheimer Gemeinderats zu Gas als eine Entscheidung, die „leichtfertig auf Jahrzehnte die Zeichen der Zeit ignoriert.“ Dass es anderenorts auch Entscheidungsprozesse mit klimaschutzfreundlichen Ergebnissen geben kann, soll am Beispiel von Edingen-Neckarhausen aufgezeigt werden. 

Edingen-Neckarhausen: Der Gemeinderat entscheidet sich für eine Holz-Pellets-Heizung

Im Zuge der Erweiterung nebst Teilneubau des Bauhofs im "Edinger Hof" war 2010 eine neue Heizung fällig. Seitens der KliBA wurde dem Technischen Ausschuss der Gemeinde eine Hackschnitzelheizung ans Herz gelegt. Hauptargumente waren Nachhaltigkeit dank regenerativem Energieträger Holz sowie die zügige Amortisierung der Anlagen-Mehrkosten dank eigener Holz- und Biomasse-"Ernte" des Gemeindebauhofs. Der Gemeinderat folgte dieser Empfehlung einstimmig. Die Verwaltung hingegen wollte in ihrer Beschlussvorlage eine Gasheizung haben und begründete dies mit höheren Kosten, Lagerungsproblemen für die Holzpellets, Wartungsfragen usw. Wegen des beklagten Zeitdrucks war die Gasheizung schon mal ausgeschrieben worden. Mitglieder des Edinger-Neckarhäuser Gemeinderats ließen jedoch nicht locker und überzeugten schließlich Bürgermeister und Bauamt. So entschied sich der Gemeinderat für die Holz-Pellets-Heizung. Der Rat der Gemeinde Edingen setzte mit seiner Entscheidung für einen regenerativen Energieträger ein Zeichen für nachwachsende Rohstoffe.

Heidelberg: Die Badische Landeskirche startet eine Klimaschutzaktion

Laut einem Bericht in der RNZ vom 12./13.2.2011 möchte die evangelische Kirche in Baden im Rahmen einer eigenen Klimaschutzaktion bis zum Jahr 2020 mindestens 40 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen. Bereits die Bibel betone die Verantwortung des Menschen für die Bewahrung der Umwelt, sagte Landesbischof Ulrich Fischer. Dafür sollen Gebäude saniert und auf Ökostrom umgestellt werden.

Und Schriesheim? Unsere Stadt vergibt die Chance, Vorbild beim Klimaschutz zu sein

Eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik muss dem Motto „Global denken – lokal handeln“ folgen. Die Kommunen selbst müssen in ihrem Entscheidungsbereich handeln und dürfen nicht warten, bis die internationale Staatengemeinschaft irgendwann einmal und viel zu spät minimale, gemeinsame Klimaschutzziele festgelegt hat. Klimaschutzpolitik muss auch vor Ort betrieben werden. Doch  leider wurde durch die Entscheidung des Schriesheimer Gemeinderats die Chance vertan, dass unsere Stadt ein Vorbild beim Klimaschutz wird.

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