
- Dr. Barbara Schenk-Zitsch
MTB 20 Oktober 2010 Grüne Liste Schriesheim
Gesucht und gefunden - Mein Weg zur Stadträtin der Grünen Liste
Von Dr. Barbara Schenk-Zitsch
30 Jahre Grüne Liste Schriesheim - wir luden ein und feierten am Samstag ein denkwürdiges Fest mit vielen Gästen, Weggefährten, ehemaligen GL-Stadträten, Uli Sckerl, BM Höfer, Ex-BM Riehl, Stadtratskollegen anderer Fraktionen und Freunden der Grünen Liste. Inzwischen bin ich auch seit 11 Jahren dabei - es war ein weiter Weg.
Meine erste „Berührung“ mit den Schriesheimer Grünen erfolgte durch meinen Vater, der bis 1980 Stadtrat der FW war, in der Zeit, als Gisela Reinhard und Reimund Schambeck als erste Grüne Liste Vertreter in den Schriesheimer Stadtrat gewählt wurden.
Die etablierten Fraktionen gerieten in einen Schockzustand, von dem sie sich nur langsam erholten. Wenn mein Vater Abends von einer Gemeinderatsitzung nach Hause kam, konnte ich oft schon von Weitem anhand der aufgeregten Lautstärke erkennen, wie sie abgelaufen sein musste. Seine Erregung hing das fast immer mit den Grünen zusammen, die die Sitzung mit ihren Einwänden aus seiner Sicht unnötig in die Länge zogen, oder den armen Peter wieder zur Weißglut gereizt hatten, aus purer Lust an Randale, natürlich.
Ich war seinerzeit völlig apolitisch und konnte mir nicht vorstellen, wie ein normaler Mensch sich freiwillig mit Politik abgeben konnte.
Wie wir uns gesucht und gefunden haben
Mein Interesse an der Politik entstand durch meine persönlichen prägenden Erfahrungen mit den Schriesheimer Entscheidungsträgern und ich wollte wissen, wie in der Politik Entscheidungsfindungsprozesse ablaufen.
Ganz wichtig war auch für mich, dass ich mir mein Bild in der Öffentlichkeit selbst gestalten wollte und es nicht mehr anderen überlassen wollte, mich zu beurteilen.
Für meine Kandidatur kamen nur die Grünen in Frage, weil sie frech und unbequem waren; ich bewunderte ihren Mut und ihre Entschlossenheit, für ihre Ideale einzustehen.
Eigentlich sind wir gleichzeitig aufeinander zugegangen. Es war die Zeit, als sich die Grüne Liste entschloss, sich auch für „Außenstehende“ zu öffnen. Einige Grüne der „ersten Stunde“ waren total geschockt, dass mir die Gemeinderatfraktion einen so guten 5. Listenplatz zur Gemeinderatwahl gab. Was hatte ich denn vorzuweisen? Ich habe nie protestiert, nie demonstriert- für sie war ich ein unbeschriebenes Blatt. Sie konnten mich nicht einordnen und sich auch nicht vorstellen, dass ich als Gemeinderätin ihre Linie vertreten könnte. („Wofür stehst du?“)
Ich wurde 1999 direkt in den GR gewählt und meine Lieblingsthemen sind echte Grüne Themen: Kinder-Jugend-, Familienpolitik, Sozialpolitik, Seniorenpolitik, Barrierefreiheit und die Vergangenheitsbewältigung.





























