MTB 19. August 2009 Grüne Liste Schriesheim
Steinkriecher, Saftkugler & Co – ein Forschungsabenteuer im Waldboden
„Lecker, lecker Wanze“, sagt sich der Vogel, wenn er die Schmuckwanze erspäht. Von wegen, die kann ganz schön unangenehm riechen. Naturwissenschaft im Wald – kinderleicht aufgearbeitet – präsentierte Erika Sewing, von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die Diplom Geografin und Umweltpädagogin kam am 14. August 2009 mit dem WaldMobil, auf Einladung der Grünen Liste Schriesheim im Rahmen des Ferienprogramms mit ihrem Informations- und Spielangebot, nach Schriesheim.
Bei perfektem Sommerwetter, wurde den teilnehmenden Kindern auf eine fesselnde Art, ein umfangreiches Programm geboten. „Wie viele Tiere sind auf dem WaldMobil abgebildet?“ Um das WaldMobil rennende Kinder und konzentrierte Gesichter. Ganze 20 Tiere waren zu entdecken und alle wurden auch benannt: Mader, Spinne, Rüsselkäfer, der wie ein Elefant aussieht u. v. a. Alle Kinder bekamen in der Vorstellungsrunde einen ganz persönlichen Tiernamen, orientiert an den Anfangsbuchstaben der eigentlichen Namen der Kinder: Amsel, Drossel, Salamander, Teichmolch… Erika Sewing nennt sich selbst das „Eilige Eichhörnchen“. Hier ist auch das Stichwort für das nächste Spiel. Die Kinder durften für ein paar Minuten Eichhörnchen spielen und Haselnüsse verstecken, die sie nach 11/2 Stunden selbst wieder finden mussten. Dazwischen ging es weiter mit vielen Fragen und Forschungsaufträgen: „Welches ist das gefährlichste Tier im Wald?“ „Warum lässt der Eichelhäher seine Federn fallen?“ Mit diesen und vielen anderen Fragen wurden die Kinder spielerisch angeregt, über die Tierwelt nachzudenken und rannten auch schon wieder los, um die von Heinz Waegner und Erika Sewing im Wald versteckten zehn Tiere aus Holz zu finden. Mit viel Spaß und Bewegung wurden sie auf das eigentliche Projekt vorbereitet, den im Waldboden lebenden Tieren auf die Schliche zu kommen, das Fingerspitzengefühl und Konzentration erforderte.
Eine weiße Decke, die auf dem Waldboden ausgebreitet wurde, diente als Forschertisch. Doch bevor die Kinder mit dem Experimentierkoffer auf Forschungs- und Entdeckungstour gehen konnten, bekamen Sie einige wichtige Regeln vermittelt: „Wir sind hier im Wald alle Gäste und daher sollten wir mit allem sehr behutsam umgehen“.
Das WaldMobil selbst ist mit speziellen Materialien für physikalische und chemische Experimente ausgerüstet. Der Experimentierkoffer enthielt u. a. eine Becherlupe, Pinzette, Schaufel, Gläser zum Aufbewahren und Exhauster. Jede Gruppe bekam einen Experimentierkoffer und lief auch schon los, um die im Waldboden lebenden Tiere ausfindig zu machen. Nach und nach füllte sich der Forschertisch mit den gefundenen Tieren, wie Tausendfüßler, Asseln, Spinnen, Mistkäfer, Molch, verschiedenen Würmern und Raupen, Falter, Schwebfliege, Schnecken und noch vielen anderen Lebewesen. Die eingefangenen Tiere wurden Karten zugeordnet, auf denen sie in groß abgebildet waren. Sie wurden begutachtet, beschrieben und benannt. Anschließend wurden alle Tiere von den Kindern selbst wieder behutsam in den Wald hineingetragen und ausgesetzt. Dabei waren alle sehr bedacht, dass kein Lebewesen zu Schaden kam.
Ganz hautnah konnten die Kinder die Lebewesen im Waldboden kennen lernen und dabei unter Umständen auch Berührungsängste abbauen. Durch fühlen und sehen konnten die Kinder erkennen, dass sich im Waldboden jede Menge Leben verbirgt. Geweckt wurde das Bewusstsein und das Verständnis für die Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen und verantwortungsvolle Umgang mit ihnen. Denn nur eine lebenswerte Zukunft kann durch ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur gestaltet werden.
Fadime Tuncer









































