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Grünes Kommunalwahlprogramm 2009
Wolfgang Fremgen
Wolfgang Fremgen

MTB 19. Januar 2011 Bündnis 90/Die Grünen

GRÜNE bekennen Farbe: Er ist schwul und sie ist bisexuell, na und?

Von Wolfgang Fremgen

Nadine Angerer, WM-Torfrau der deutschen Frauen-Nationalmannschaft hat sich als bisexuell geoutet. Auch prominente Politiker wie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, oder der deutsche Bundesaußenminister Guido Westerwelle gaben ihre sexuelle Orientierung öffentlich preis. Homosexualität zumindest bei Politikern ist mittlerweile gesellschaftlich anerkannt. Das Bekenntnis dazu wird auch dank des unter Rot-Grün eingeführten Lebenspartnerschaftsgesetzes nicht mehr als Makel in der politischen Karriere angesehen. Zumindest auf dieser Stufe der öffentlichen Bekanntheit ist eine andere als eine heterosexuelle Orientierung mittlerweile normal und wird nicht mehr hinterfragt. Darauf darf man als Deutscher stolz sein.

Die Einstellung gegenüber Minderheiten ist ein Maßstab für den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft

Wer sich noch an den Muff der fünfziger und sechziger Jahre erinnern kann, an das Geraune um den damaligen CDU-Außenminister Heinrich von Brentano, der als "unverheirateter Katholik bei seiner Mutter" lebte, oder an den Satz von Franz Josef Strauß "Ich will lieber ein kalter Krieger sein als ein warmer Bruder" aus dem Jahre 1970, der weiß, dass die Einstellung gegenüber Minderheiten im Allgemeinen und gegenüber Homosexuellen im Besonderen ein Maßstab für den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft ist. Den meisten Deutschen ist es egal, ob ein Politiker Homo, Hetero, Vegetarier oder Fleischesser ist. Guido Westerwelle wurde nicht zum Außenminister gewählt, weil er schwul ist, auch nicht, obwohl er schwul ist. Seine sexuelle Disposition war den Wählern einfach egal. Und das ist gut so!

GRÜNE fordern gleiche Rechte für Lesben, Schwule und Transgender

Lesben, Schwule und Transgender leben heute in Deutschland so frei wie nie zuvor. Dennoch sind homophobe Parolen im Fußballstadion, in manchen Musikszenen und besonders auf dem Schulhof immer noch Alltag. Es mehren sich die Berichte über antihomosexuelle Gewalttaten. Die schwul-lesbische Selbsthilfe- und Bürgerrechtsarbeit muss gefördert werden. Im Gleichheitsartikel des Grundgesetzes muss endlich ergänzt werden, dass niemand wegen seiner sexuellen Identität diskriminiert werden darf. Auch deshalb kämpfen wir für die volle Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften und ein menschenwürdiges Transsexuellenrecht. Wir fordern eine vollständige Gleichstellung einer Lebenspartnerschaft lesbischer und schwuler Paare mit der Ehe, einschließlich des Adoptionsrechts. Ebenso muss die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung für Lebenspartnerinnen, Unverheiratete und Alleinstehende offen stehen. Regenbogenfamilien, also gleichgeschlechtliche Familien mit Kindern, dürfen nicht benachteiligt werden. Deutsche Menschenrechtspolitik muss eine klare Position beziehen gegenüber Ländern, die Menschenrechte von Schwulen, Lesben und Transgendern mit Füßen treten. Das gilt gegenüber Teheran genauso wie gegenüber Jamaika, Moskau und dem Vatikanstaat. Gerade angesichts der früheren Verfolgung Homosexueller in unserem Land hat Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber Schwulen und Lesben weltweit.

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