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Fadime Tuncer
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Wolfgang Fremgen
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MTB 17. März 2010 Bündnis 90/Die Grünen

„Klima sucht Schutz in Schriesheim“ –  Teil 2: Der Prozess des Klimawandels

Von Fadime Tuncer und Wolfgang Fremgen

Fakten zum natürlichen Treibhauseffekt

Die Atmosphäre, Wolken und Schmutzpartikel in der Luft reflektieren einen Teil der ankommenden Sonnenstrahlung. Der überwiegende Teil gelangt jedoch zur Erdoberfläche und erwärmt sie. Die Erde gibt diese Energie als Wärmestrahlung wieder ab. Wärmestrahlen haben eine größere Wellenlänge als Sonnenlicht und können die Atmosphäre nicht so gut passieren. Die so genannten Treibhausgase fangen sie auf und strahlen sie später in allen Richtungen wieder ab – auch zurück zur Erdoberfläche. Die wichtigsten klimawirksamen Gase sind Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan. Sie halten die Sonnenwärme in der Atmosphäre und sorgen damit für die lebensfreundlichen Bedingungen. Menschliche Aktivitäten haben die Konzentration der klimawirksamen Gase jedoch verändert.

Der Mensch verstärkt den Treibhauseffekt

Seit Beginn der Industrialisierung Mitte des neunzehnten Jahrhunderts hat die Menschheit die Konzentration klimawirksamer Gase in der Atmosphäre zunehmend erhöht. Der CO2-Gehalt ist um mehr als ein Drittel von 0,028 auf 0,038 Prozent gestiegen. Und er wird weiter zunehmen: Der heutige Jahresausstoß der Menschheit beträgt knapp 30 Milliarden Tonnen CO2. Rund drei Viertel davon stammen aus der Verbrennung fossiler Energieträger, etwa ein Fünftel aus Brandrodungen von Wäldern. Deutschland ist daran mit jährlich knapp 900 Millionen Tonnen CO2 beteiligt. Auch der Gehalt der Atmosphäre an anderen klimawirksamen Gasen wie Methan (CH4), Lachgas (N2O) und Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) hat zugenommen. Die höher konzentrierten Treibhausgase halten entsprechend mehr Sonnenwärme in der Atmosphäre. Auf diese Weise haben menschliche Aktivitäten die Strahlungsbilanz der Erde verändert und den anthropogenen, vom Menschen gemachten, Klimawandel ausgelöst: Der Planet nimmt mehr Sonnenenergie auf und wird erwärmt. Das ausgestoßene CO2 trägt etwa 60 Prozent zum anthropogenen Klimawandel bei, die anderen klimawirksamen Gase etwa 40 Prozent. Treibhausgase verteilen sich gleichmäßig in der Atmosphäre. Der Klimawandel ist daher ein globales Phänomen. Seine Auswirkungen können aber regional sehr unterschiedlich sein.

Die globale Erwärmung

Das Klimasystem der Erde erwärmt sich. Im vergangenen Jahrhundert ist die durchschnittliche Lufttemperatur um fast 0,8 Grad Celsius gestiegen. Elf der zwölf Jahre zwischen 1995 und 2006 gehören zu den zwölf wärmsten seit Beginn der Messungen Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Die Erwärmung ist in nördlichen Breiten stärker ausgeprägt als in Äquatornähe. In Deutschland ist die mittlere Temperatur um etwa ein Grad Celsius gestiegen, in einigen Regionen der Arktis um mehr als drei Grad Celsius. Nach den Projektionen von Computermodellen des Klimas ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg von etwa 0,2 Grad pro Jahrzehnt zu rechnen. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnte sich das Klimasystem im globalen Durchschnitt um bis zu vier Grad Celsius erwärmen, was an den Unterschied von fünf Grad Celsius zwischen einer Eiszeit und einer Warmzeit heranreicht. Wie stark der anthropogene Klimawandel sein wird, hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie viel Treibhausgas ausgestoßen wird. Die Erwärmung zeigt sich auch im Anstieg der Temperaturen und des Pegels der Ozeane. Das erwärmte Wasser nimmt mehr Volumen ein. Zudem strömt mehr Schmelzwasser von Gletschern ins Meer. Zurzeit steigt der Meeresspiegel etwa um 3 Millimeter pro Jahr. Ein weiteres Anzeichen ist der Schwund von Schnee- und Eisflächen. Das Nordpolarmeer könnte noch in diesem Jahrhundert im Sommer völlig eisfrei werden, einige Forscher erwarten das bereits im Jahr 2020. In den meisten Regionen der Erde treten sommers häufiger Hitzewellen und extreme starke Niederschlagsereignisse auf. Im nördlichen Atlantik hat die Sturmaktivität zugenommen, was wahrscheinlich auf die Erwärmung zurückzuführen ist.

Quelle: www.klima-sucht-schutz.de

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Fadime Tuncer und Wolfgang Fremgen

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