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Wolfgang Fremgen
Wolfgang Fremgen

MTB 16. November 2011 Grüne Liste Schriesheim

Wenn der Verbraucher zum Versuchskaninchen wird!

Von Wolfgang Fremgen

Der Chemiekonzern BASF hat in der Europäischen Union die Zulassung der gentechnisch veränderten Speisekartoffelsorte Fortuna beantragt. Diese solle der Herstelllung von Pommes Frites und Chips dienen. Die Fortuna ist laut BASF gegen Kraut- und Knollenfäule geschützt.

Produktion für einen Bedarf, der nicht vorhanden ist

Nach dem Flop mit dem Anbau der gentechnisch veränderten Stärkekartoffel Amflora versucht der Chemiekonzern jetzt mit anderen genmanipulierten Produkten auf den Markt zu kommen. Und dies obwohl laut Umfragen die meisten Verbraucher Gentechnik im Essen ablehnen und eine Befragung bei den großen Pommes- und Chipsherstellern gezeigt hat, dass diese nicht planen, Genkartoffeln zu verarbeiten. Denn allein durch Kontrollen und Trennung würden enorme Kosten entstehen. Auch würde das Image der Hersteller von Kartoffelprodukten leiden, wenn sie genmanipulierte Pflanzen nutzen würden.

Verunreinigungen sind vorprogrammiert

Schon beim kleinflächigen Anbau der Amflora ist es der BASF 2010 nicht gelungen, diese von einer anderen, nicht zugelassenen Gen-Knolle zu trennen. Deshalb sind Verunreinigungen vorprogrammiert. Die Gentechnikexperten von GREENPEACE sagen, dass die Kraut- und Knollenfäule auch durch eine gute fachliche Praxis mit Fruchtfolge und entsprechender Sortenauswahl in den Griff zu bekommen ist.

Wem nutzt die Genkartoffel, die keiner braucht?

Wenn weder die Verbraucher noch die verarbeitende Kartoffelindustrie die gentechnisch manipulierte Speisekartoffel haben möchte, wem nutzt dann deren Einführung? Sind es etwa die Bauern, weil sie dann irgendwann die größten Kartoffeln haben werden? Denen bestimmt nicht; spätestens dann, wenn der Erfinder des so gepriesenen Produkts dem Bauern, der die dicksten Kartoffeln haben möchte, immer wieder die Rechnungen für das Saatgut präsentiert, wird sich herausstellen, dass der Spruch, „Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln“ vielleicht doch stimmt. Allein der chemisch-gentechnische Industriekonzern BASF hätte was davon.

Kein kommerzieller Anbau gentechnisch manipulierter Kartoffeln

Damit unser Grundnahrungsmittel Kartoffel auch zukünftig gentechnikfrei bleibt, darf es keinen kommerziellen Anbau von Amflora oder Fortuna geben. Die BASF sollte die Forschungsgelder lieber in neue Züchtungen und moderne Anbaumethoden investieren, anstatt durch einen gezielten Eingriff ins Erbgut einer Pflanze den Verbraucher zum Versuchskaninchen zu machen.

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