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Wolfgang Fremgen
Wolfgang Fremgen

MTB 15. Dezember 2010 Bündnis 90/Die Grünen

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Teuren Atomstrom kündigen und zu sauberem Ökostrom wechseln!

Von Wolfgang Fremgen

Dank des schwarz-gelben Ausstiegs aus dem Atomausstieg erlebt die Atomenergie eine Renaissance. Zudem erhöhen viele Stromversorger zum Jahreswechsel ungerechtfertigt die Preise. Was können Verbraucherinnen und Verbraucher da tun? Ganz einfach: den Atomkonzernen die rote Karte zeigen und zu einem zertifizierten Stromanbieter erneuerbarer Energien wechseln.

Ungerechtfertigte Strompreiserhöhungen

Die Bundesnetzagentur hält die massive Welle von Preiserhöhungen beim Strom in Deutschland für ungerechtfertigt. Trotz sinkender Großhandelspreise ab der zweiten Jahreshälfte 2008 seien die Preise für Haushaltsstrom deutlich gestiegen, kritisierte Matthias Kurth, der Präsident der Bonner Netzagentur, die Preispolitik der Stromkonzerne. Insgesamt 400 der 1000 deutschen Energieversorger haben zum Jahreswechsel Preiserhöhungen angekündigt. Die Erhöhungen seien "sachlich nicht gerechtfertigt", so Kurth. Zweifel meldete er auch an der Begründung der Stromkonzerne an, dem steigenden Anteil an Ökostrom. Der Umstand, dass immer mehr Energie aus erneuerbaren Energien erzeugt werde, wirke dämpfend auf die Großhandelspreise, "da sie sukzessive teure Kraftwerke aus dem Markt verdrängen". Mit staatlichen Eingriffen seien die Erhöhungen nicht zu rechtfertigen. Es gebe sogar einen Spielraum für Preissenkungen.

Atomausstieg selber machen! Ökostrom jetzt!

Wir Bürgerinnen und Bürger haben es selbst in der Hand, einerseits der Atomlobby die rote Karte zu zeigen und massenhaft unseren privaten Atomausstieg zu praktizieren und andererseits zu einem günstigeren Stromanbieter zu wechseln. Nichts fürchten die Atomkonzerne mehr als eine Massenbewegung pro Ökostrom. Allerdings ist Ökostrom nicht gleich Ökostrom. Drei Kriterien sollten von einem Ökostromanbieter erfüllt sein.

  • Unabhängigkeit von den Atomkonzernen

Es sollte keine eigentumsrechtliche Verflechtung mit einem Stromkonzern existieren, der Atom- oder Kohlekraftwerke betreibt oder mit Strom aus diesen Quellen handelt. Damit ist gewährleistet, dass nicht unter dem Deckmäntelchen der Ökologie die auf dem Strommarkt herrschenden Strukturen verfestigt werden.

  • Zusammensetzung des Ökostroms

Es wird ausschließlich "grüner Strom" geliefert. Der Strommix (wie er in der gesetzlich vorgeschriebenen Stromkennzeichnung angegeben ist) muss mindestens zur Hälfte aus erneuerbaren Energien stammen. Höchstens 50 Prozent dürfen aus Kraft-Wärme-Kopplung mit Erdgas stammen.

  • Bundesweite Verfügbarkeit

Alle Stromkunden in Deutschland müssen zu den genannten Anbietern wechseln können.

Auf dem deutschen Strommarkt gibt es nur vier Stromanbieter, die alle diese Kriterien erfüllen. Es sind dies EWS Schönau, Lichtblick, Naturstrom und Greenpeace Energy. Über die Internetseiten dieser Anbieter bzw. über www.atomausstieg-selber-machen.de kann man mit wenigen Mausklicks den Atomkonzernen die Stirn bieten.

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