MTB 14. September 2011 Grüne Liste Schriesheim
Jana Sailer: “Karibu sana” oder “Herzlich willkommen”
Eingestellt von Wolfgang Fremgen
Jana Sailer, die 2004 als Gemeinderatskandidatin für die Grüne Liste Schriesheim kandidiert hatte, arbeitet zurzeit für ein Jahr in einem Entwicklungshilfeprojekt in Tansania. Von ihr stammt der folgende erste Erfahrungsbericht.
„Da sitze ich nun also in Afrika, in Tansania, in Dar es Salaam in Africa Sana im Mwenge Haus am Tisch, 7242 km entfernt von dem Tisch in Europa, in Deutschland, in Hamburg in St. Pauli an dem ich sonst so sitze. Seit Jahren habe ich mir Gedanken darüber gemacht wie es wohl sein würde, den Schritt zu wagen und mal ein ganz anderes Leben weit weg von der gewohnten Umgebung zu führen. Jahre lang macht man sich Gedanken, diskutiert dieses und jenes und dann kommt plötzlich der Moment und man sitzt an dem Ort, den man sich schon so oft vorgestellt hat. Und dann sitzt man da und denkt „naja ist halt auch ein Tisch“. Was will ich damit sagen? Manchmal macht man es sich unnötig schwer indem man viel zu lange nachdenkt und zögert, statt die Dinge einfach anzupacken und auszuprobieren! Zack hier bin ich, und Tansania antwortet täglich mit einem freundlichen KARIBU!
Und dieses Karibu (Willkommen) macht es einem hier wirklich sehr leicht. Die Menschen sind so offen und freundlich, wie ich es selten erlebt habe. Obwohl ich noch sehr wenig Kiswahili spreche und wild mit Wörtern und Lauten um mich werfe, spreche ich ständig mit Menschen. Auf der Straße, im Bus, bei der Arbeit auf dem Markt überall lernt man Menschen kennen und unterhält sich locker, sofern die Zunge nicht bei einer schwierigen Vokabel verkrampft. So ist es auch in dem Haus in dem wir wohnen. Wir haben ständig Gäste, mal aus Deutschland (ehemalige Freiwillige) mal aus Tansania (Freunde des Hauses), es ist immer was los. Dazu läuft das Radio, die Hotelbar gegenüber dröhnt und das ein oder andere Handy klingelt. Das ist dann manchmal auch ein bisschen viel…aber dann grölt Asia, unsere herzliche Haushälterin, wieder vor Freude los und alles ist gut!
Dar es Saalam ist eine Großstadt, dessen sind wir uns nicht nur wegen des Lärmpegels schon jetzt bewusst geworden. Die Mischung aus Tradition und westlicher Moderne erzeugt manchmal witzige Bilder. Kleine einfache Holzhütten werden dann von riesigen Werbeplakaten z.B. von Handyanbietern umrahmt, man liebt es Cola oder Fanta zu trinken und der traditionell eher bedeckte Kleidungsstil gerät bei der einen oder anderen Dame auch mal in Vergessenheit. Das Aufeinandertreffen dieser verschiedenen Welten ist spannend zu beobachten und sicher werden wir da in den nächsten Monaten noch vieles beobachten und auch besser verstehen können. Das Arbeitsleben stellt diesbezüglich ein ähnlich spannendes Beobachtungsfeld dar. Viele kulturelle Unterschiede lassen sich da schon jetzt erkennen, wobei es sicher zu früh ist, um sich hier eine Meinung zu bilden. Auf jeden Fall haben wir einen tollen Chef und eine sehr nette Kollegin, die uns bei allem mit viel Verständnis und Engagement unterstützen. So finden unsere regelmäßigen Staff- Meetings beispielsweise auf Englisch und Kiswahili statt, damit wir einerseits alles verstehen aber auf der anderen Seite auch Kiswahili lernen. Zur Mittagspause gehen wir gemeinsam essen und anschließend werden wir regelmäßig von einer alten Dame im Büro aufgesucht, die Früchte zum Nachtisch anbietet. By the way, ich muss nicht erwähnen wie hier Papayas, Ananas, Melonen und Co. schmecken, oder? – Ein Traum!
Inhaltlich können wir nach gerade mal zwei Arbeitstagen nur wenig sagen. Wir versuchen die Strukturen zu verstehen und tasten uns langsam voran. Sicher ist, dass wir schon viele Ansatzpunkte entdecken und unser Know-How bestimmt sinnvoll einsetzen können. Einzelheiten zu den Projekten folgen, sobald wir intensiver eingearbeitet sind.“ (Fortsetzung folgt)










































