MTB 11. August 2010 Grüne Liste Schriesheim
Teilhabe
Von Dr. Barbara Schenk-Zitsch
Gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft muss behinderten Menschen nach dem Behindertengleichstellungsgesetz von 2002 gewährleistet werden. Das ist die Gesetzeslage, aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Nicht jedes Gebäude eignet sich zum nachträglichen Einbau eines Liftes oder die Barrierefreiheit scheitert an den Finanzen. Dies ist kein Grund, sich nicht über umsetzbare Alternativen Gedanken zu machen, die besonders mobilitätsbehinderten Menschen Zugang zu Veranstaltungen ermöglichen können.
Wir von der GRÜNEN LISTE Schriesheim veranstalten schon seit 16 Jahren unsere Kulturherbstveranstaltungen im Zehntkeller, der ja mit seiner steilen Treppe absolut nicht barrierefrei ist. Nach Rücksprache mit Herrn Weiß von der Winzergenossenschaft darf aus Sicherheitsgründen der Lastenaufzug nicht zur Personenbeförderung benutzt werden. Also bieten wir Rollstuhlfahrern an, sie (nach telefonischer Voranmeldung wegen geeigneter Träger) mit ihrem Rollstuhl (bitte kein Elektrorollstuhl) die Treppe hinunterzutragen. Dies ist alles andere als ideal, aber für uns die einzige durchführbare Möglichkeit.
Auch Herr Röger, der Leiter der Schriesheimer Volkshochschule, bemüht sich auf Anregung der „Arbeitsgruppe Barrierefreiheit“ der GRÜNEN LISTE mobilitätsbehinderten Mitbürgern den Besuch von VHS Veranstaltungen zu ermöglichen. Vor über 10 Jahren besuchte ich bei Frau Öttli einen Kurs an dem eine Rollstuhlfahrerin teilnahm. Sie wurde immer von anderen Kursteilnehmern in das Obergeschoß getragen. Klar, sie konnte teilnehmen, aber sie empfand es als entwürdigend, ständig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Wir Kursteilnehmer haben uns daraufhin bei der damaligen Leiterin dafür eingesetzt, dass der Fortsetzungskurs im Feuerwehrhaus stattfand, was auch umgesetzt wurde. Inzwischen hat Herr Röger Abhilfe geschaffen: In jedem VHS Programm findet man mehrmals folgenden Hinweis: „Barrierefreier Zugang zu VHS-Veranstaltungen“ Informieren Sie uns, wenn Sie Interesse an VHS-Veranstaltungen haben und aufgrund des Veranstaltungsortes daran gehindert werden. Wir sind bemüht, eine Lösung für Sie zu finden.
Natürlich ist es logistisch nicht möglich, alle Kurse in das Erdgeschoß oder in ein Gebäude mit Aufzug zu verlegen, aber oft ist dies, wenn man vorher informiert ist, mit etwas Aufwand machbar. Gerade der Zeit des demografischen Wandels sind solche Bemühungen ein wichtiges und vorbildliches Signal.
Dr. Barbara Schenk-Zitsch










































