MTB 11. August 2010 Bündnis 90/Die Grünen
Prestigeobjekt Stuttgart 21 - Ein Milliardengrab!
Von Wolfgang Fremgen
Immer neue Kostensteigerungen, Proteste der Bevölkerung ohne Ende - das umstrittene Prestigeprojekt „Stuttgart 21“ des Umbaus des Stuttgarter Bahnhofs würde für das Land und die Stadt Stuttgart zu einem Milliardengrab werden. Es ist überteuert und birgt enorme Kostenrisiken für die öffentliche Hand. Eine von den Grünen und dem BUND in Baden-Württemberg in Auftrag gegebene Baukostenstudie geht davon aus, dass der Stuttgarter Tunnelbahnhof mindestens 6 Milliarden Euro statt der von den Projektbetreibern genannten 4,5 Milliarden Euro kosten wird und all dies bei sehr zweifelhaftem Nutzen. Welche Konsequenzen hätte der Bau von Stuttgart 21?
1. Stuttgart 21 schadet dem Schienenverkehr im ganzen Land
Die Folgen von Stuttgart 21 für Baden-Württemberg wären fatal: Während in Stuttgart Milliarden vergraben werden, fehlt das Geld für wirklich sinnvolle Bahn-Projekte wie z.B. der Ausbau der Rheintal-Strecke von Mannheim bis Basel, der Ausbau der S-Bahnen in Stuttgart, Freiburg, Mannheim/Heidelberg sowie der Ausbau der Straßenbahnen in Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Ulm. Auch die Modernisierung maroder Bahnhöfe würde wegen Stuttgart 21 weitere lange Jahre auf sich warten lassen.
2. Stuttgart 21 ist gefährlich
Das unterirdische Röhrensystem von Stuttgart 21 ist wegen des schwierigen Gesteins und der großen Grund- und Mineralwasservorkommen bautechnisch und ökologisch hoch riskant. Nach dem Unglück beim Bau der Kölner U-Bahn und anderen Negativ-Erfahrungen mit Tunnelbauten ist das schlicht verantwortungslos.
3. Stuttgart 21 ist für die Fahrgäste unterirdisch
Für die Reisenden würde der Tiefbahnhof nur eines bringen: Mehr Stress. Die Fahrgäste könnten nicht mehr ebenerdig umsteigen, sondern müssten stattdessen Treppen steigen oder auf Aufzüge warten. Das ist vor allem für ältere Menschen eine Belastung. Ein-, Aus- und Umsteigen wird zum Stressfaktor, weil die Züge wegen der zu geringen Gleis-Anzahl viel zu kurz halten können. Auch auf verspätete Anschlusszüge kann nicht mehr gewartet werden.
4. Stuttgart bleibt auch ohne Stuttgart 21 ein Fernverkehrsknoten
Die Region wird ohne Stuttgart 21 nicht vom schnellen Fernverkehr abgehängt, auch wenn Projektbefürworter gebetsmühlenartig das Gegenteil behaupten. Stuttgart ist bereits heute an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Schon jetzt verkehren die ICE- und IC-Züge in alle Richtungen. Auch mit einem modernisierten Kopfbahnhof bliebe Stuttgart ein Fernverkehrsknoten.










































