MTB 09. Juni 2010 Grüne Liste Schriesheim
Raucher schädigen sich und die Umwelt
Von Dr. Barbara Schenk-Zitsch
Seit Jahren setzt sich unsere Fraktion für den Nichtraucherschutz ein. So haben wir erreicht, dass vor gesetzlichen Regelungen in Schriesheim seit Juli 2006 in öffentlichen Gebäuden nicht mehr geraucht werden darf. Ein Interview in der RNZ vom 5. März mit Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum und der nahende jährliche Weltnichtrauchertag am 31. Mai haben mich bewogen, das leider ewig aktuelle Thema wieder aufzugreifen. Dies ist der zweite von drei „Antinikotinartikeln“.
Ich habe schon oft über die Gefahren des Rauchens und Passivrauchens aufgeklärt. Was häufig vergessen wird ist die Tatsache, dass Tabakkonsumenten auch die Umwelt schädigen, denn die Erzeugung von Tabak birgt vielerlei Gefahren:
Der Anbau der Tabakpflanzen in den tropischen Regenwaldgürteln geht einher mit der Abholzung von Wäldern und damit mit der Zerstörung von Flora und Fauna sowie von Nahrungsketten. Der Boden verliert Nährstoffe, erodiert und die Umwelt wird zusätzlich belastet durch Pestizide und Dünger. Im Vergleich zu Nutzpflanzen wie Mais, Sojabohnen und Reis werden dem Boden durch Tabakanbau erheblich mehr Nährstoffe entzogen und müssen wieder zugeführt werden.
Die ungeschützten Arbeiter auf Tabakplantagen der Dritten Welt erkranken häufig an der „grünen Tabakkrankheit“, die durch die Nikotinaufnahme bei dem Hautkontakt mit der Tabakpflanze ausgelöst wird. Die Folgen für die Arbeiter sind Schwindel, Herzprobleme und neurologische Schäden bis hin zu Krebserkrankungen durch die Pestizide.
Auch Kinder werden in Entwicklungsländern als Hilfskräfte meist ohne Schutzkleidung zum Auffädeln von Tabakblättern eingesetzt. Die Tabakbauern sind auf Gedeih und Verderb der Ausbeutung durch die Tabakkonzerne ausgeliefert. Eine Alternative, so Pötschke-Langer, wäre der Anbau von Bambus, der vielseitig verwendbar und leicht anzubauen ist. Auch Jathropha, eine zahnfreundliche Alternative zu Zuckerrohr, käme in Frage. Damit könnten Heimindustrien geschaffen werden.
Extrem Umwelt schädigend sind auch die weggeworfenen Zigarettenkippen. Diese Abfälle sind hochgiftig, weil sie neben dem Nikotin viele krebserzeugende Stoffe enthalten. Zigarettenkippen sind eigentlich Sondermüll!!
Durch Wegwerfen werden die Giftstoffe bei Regen in der Umwelt verteilt. Besonders verantwortungslos ist das Rauchen auf Spielplätzen. Die Zigarettenkippen landen auf dem ganzen Gelände bis hin zum Sandkasten und können von Kindern in den Mund gesteckt und verschluckt werden.
Auf allen Schriesheimer Spielplätzen ist Rauchen verboten wegen der Vorbildfunktion für die Kleinsten, wegen der Gefahren durch die Kippen, wegen der Umwelt und zum Schutz der Raucher vor sich selbst. Wie angenehm, beim Spiel mit den Kindern reine Luft zu atmen!
(Quellen: DKFZ Gesundheit fördern, Tabakkonsum verringern, RNZ 5.3.2010)










































