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Wolfgang Fremgen
Wolfgang Fremgen

MTB 8. Juni 2011 Bündnis 90/Die Grünen

Nachhaltiges Wirtschaften bringt Vorteile für alle, auch für die Wirtschaft!

Von Wolfgang Fremgen

Der Begriff der Nachhaltigkeit im ursprünglichen Wortsinn bedeutet, dass etwas lange hält, nach dem etwas gebaut bzw. in Bewegung gesetzt wurde. Nach heutigem Verständnis setzt sich der Begriff der Nachhaltigkeit aus drei Aspekten zusammen, was auch als Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit bezeichnet wird. Demnach unterscheidet man: Die ökologische Nachhaltigkeit, die das Ziel hat, ressourcen- und energieschonend zu agieren und Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Die ökonomische Nachhaltigkeit hat die Zieldimension, dass die ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise ökonomisch rentabel ist und eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet. Die soziale Nachhaltigkeit versteht die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft auch als einen Ausgleich sozialer Kräfte mit dem Ziel, eine auf Dauer zukunftsfähige, lebenswerte Gesellschaft zu erreichen. Nur wenn alle drei Aspekte einer Entwicklung in Einklang sind, spricht man von einem nachhaltigen Prozess.

Der ökonomische Nutzen nachhaltigen Wirtschaftens für Unternehmen

Nur wenn das Ökosystem, das Klima und die Rohstoffe nicht zerstört, sondern erhalten und geschont  werden, hat eine Gesellschaft auch in Zukunft noch eine Basis, um überhaupt wirtschaften zu können. Insofern ist Nachhaltigkeit per se ein originär ökonomisches Prinzip. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen bildet vielleicht die pro-ökologische Einstellung des Unternehmers den Startschuss für Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Neben dem strategischen Ziel, die Umwelt zu schützen, lassen sich jedoch viele andere Ziele ökonomisch herleiten. Im Einzelnen sind dies:

  • Kostenersparnisse im Bereich der Energie- und Ressourceneffizienz durch Reduktion des Energie-, Rohstoff- und Materialeinsatzes;
  • Kostenreduktionen durch ein verändertes Beschaffungs- und Vertriebsverhalten oder einen optimierten Transport;
  • Sich Absetzen von den Wettbewerbern über umweltgerechte Produkt- und Prozessinnovationen, vielleicht sogar die Schaffung von Alleinstellungsmerkmalen. Je früher Unternehmen auf Bedarf reagieren oder neue Bedürfnisse wecken, umso ökonomisch aussichtsreicher ist es für sie. Denn dann haben sie auf dem Markt einen Pionierstatus.
  • Erreichung neuer Zielgruppen, die Wert auf nachhaltigen Konsum legen;
  • Generierung neuer Absatzmöglichkeiten und Marktanteile, national aber auch auf dem Weltmarkt;
  • Stärkung des Images als Unternehmen, Arbeitgeber oder Kreditnehmer;
  • Risikovorsorge angesichts steigender, zumindest schwankender Rohstoff- und Energiepreise;
  • Rechtzeitiges Umsteuern angesichts strengerer Umweltauflagen und höherer ökologischer Ansprüche der Konsumenten;
  • Zufriedenere MitarbeiterInnen, die sich aufgrund der ökologischeren Wirtschaftsweise besser mit den von ihnen hergestellten oder vertriebenen Produkten identifizieren können.           
Fazit: Wer nachhaltig produziert handelt auch ökonomisch!

Die Zeiten, in denen Ökonomie und Ökologie noch als Gegensatz verstanden wurden, sind vorbei. Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, dürfen nicht nur ein besseres Gewissen haben, sondern verschaffen sich kurz- und langfristig Wettbewerbsvorteile. Es handelt sich beim nachhaltigen Wirtschaften um eine Win-Win-Situation für alle drei Aspekte der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie, Soziales.

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