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Wolfgang Fremgen
Wolfgang Fremgen

MTB 07. April 2010 Bündnis 90/Die Grünen

KettenreAktion: Atomkraft abschalten

Von Wolfgang Fremgen

Die schwarz-gelbe Bundesregierung plant, Atomkraftwerke bis zu 60 Jahre lang am Netz zu lassen und damit die Risiken zunehmender Störfälle massiv zu erhöhen. Der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, meinte dazu: "Die Hardliner in der Bundesregierung scheinen sich durchzusetzen. Sollte es zu diesen langen Akw-Laufzeiten kommen, bedeutet dies völlig unabwägbare Gefahren für die Bevölkerung. Anstatt den Energieversorgern Zusatzgewinne aus längeren Akw-Laufzeiten zuzuschanzen, sollte die Bundesregierung Abwrackprämien für Schrottreaktoren ausloben".

Welche Bedeutung haben die geplanten Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken?

Jedes Jahr Laufzeitverlängerung für Atomraftwerke bedeutet zusätzliche 450 Tonnen hochaktiven Atommüll. In weiteren 28 Jahren Restlaufzeit -erst 2050 (!) ginge dann das letzte Akw vom Netz- würde der Atommüll auf über 18.000 Tonnen anwachsen. Angesichts des immer noch ungelösten Endlagerproblems für Atommüll würde den kommenden Generationen ein nicht vertretbares atomares Erbe aufgebürdet. Außerdem würde der Anreiz für den Ausbau erneuerbarer Energien verringert werden. Die gesamtgesellschaftliche Konsenslösung des unter Rot-Grün geschlossenen Atomausstiegs würde ohne Not aufgegeben. Anstatt am Atomausstieg festzuhalten und den Atomstromanteil durch erneuerbare Energien zu ersetzen, hat sich die Betonfraktion bei Schwarz-Gelb durchgesetzt. Dies ist eine Kampfansage an alle diejenigen, die jahrelang gegen Atomstrom gekämpft haben und wird Zoff geben, nicht nur bei Castor-Transporten und nicht nur in Gorleben.

Was planen die Atomkraftgegner?

Während die Bundesregierung mit den Atomkonzernen über die Laufzeitverlängerung verhandelt, setzen Atomkraftgegner am 24. April 2010, zwei Tage vor dem Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe und zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, mit einer 120 Kilometer langen Aktions- und Menschenkette vom Schrottreaktor Brunsbüttel an der Elbmündung quer durch Hamburg bis zum Pannen-Meiler Krümmel ein Zeichen für das Abschalten von Atomkraftwerken. In unserer Region findet gemeinsam mit der Anti-AKW-Bewegung am selben Tag beim südhessischen Schrottreaktor in Biblis, der laut Atomausstiegsvertrag als nächster abgestellt werden müsste, eine Umzingelung des AKW Biblis statt. Interessenten an der Umzingelung oder an einer gemeinsamen Busfahrt nach Biblis können das Programm bzw. die Anmeldeadresse hier einsehen.

Für den Schriesheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen

Wolfgang Fremgen

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