MTB 05. Mai 2010 Grüne Liste Schriesheim
Spektakulärer Protest gegen die Atomenergie am 24. April!
Über 150.000 (!!) Menschen gingen am 24. April auf die Straßen, um zwei Tage vor dem Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 an diese zu erinnern und ein massives Zeichen gegen das Wiederaufleben der Atomkraft durch die schwarz-gelbe Bundesregierung zu setzen. Eine 120 Kilometer lange geschlossene Menschenkette zwischen den Atommeilern in Brunsbüttel und Krümel sowie Veranstaltungen in Ahaus und beim südhessischen Schrottmeiler in Biblis waren der Auftakt des größten Antiatomprotests seit den 80er Jahren. Der schwarz-gelben Bundesregierung sowie der Atomkraftlobby sollte durch diese Veranstaltungen gezeigt werden, dass die Menschen in Deutschland mehrheitlich gegen die Risikotechnologie Atomkraft sind und bereit sind, dagegen politisch zu kämpfen.
Auch der Schrottmeiler in Biblis war Ziel der Aktion
Auch von der Bergstraße, übrigens Notfallevakuierungsgebiet bei einem Atomunfall in Biblis, reisten Atomkraftgegner bei herrlichem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen vorwiegend mit Fahrrad, Bussen und Sonderzügen nach Biblis. Geladen hatten mehrere Anti-AKW-Initiativen sowie der BUND und politische Parteien wie die Grünen, SPD und Die Linke. Mit 20.000 Menschen gab es in Biblis die größte Demonstration seit über 20 Jahren. Vor Ort vertreten waren alle Generationen: Veteranen der Anti-AKW-Bewegung ebenso wie deren Kinder und Enkel. Bei herrlichem Sonnenschein und begleitet von karibischen Rhythmen kam echtes Festival-Feeling auf. Mit Antiatomkraftsymbolen auf Haut und Kleidung bunt geschminkt und versehen mit Demonstrationsutensilien wie Aufnähern, Fahnen, Pfeifen und Trommeln machten sich die Teilnehmer auf den Weg zur Auftaktkundgebung direkt vor dem AKW. Redner verschiedener Organisationen betonten ihre Entschlossenheit, gegen die geplanten Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke durch CDU, CSU und FDP zu kämpfen. „Sofortiger Atomausstieg“ und „Ersatz der Nuklear- und Kohleenergie durch alternative Energien“ waren die zentralen Forderungen. Nach der Kundgebung wurde das Gelände rund um den Atommeiler von den DemonstratInnen symbolisch umzingelt. Nach einem so genannten „Die In“, bei dem sich die Teilnehmer auf ein gemeinsames Startkommando auf den Boden fallen ließen und sich tot stellten, um so an die verheerenden Folgen eines Atomunfalles zu erinnern, ging die Veranstaltung friedlich und ohne jeden Zwischenfall zu Ende.
Fazit für die Antiatomkraftbewegung in Deutschland
Sollte die Bundesregierung in der Atompolitik nicht einlenken und die Laufzeiten der Atomkraftwerke auf 60 Jahre verlängern wollen, dann wird der 24. April eine bundesweite Kettenreaktion auslösen und der Atomkraftlobby einen heißen Herbst bescheren. Aber vielleicht wird es ja dazu aber nicht kommen. Denn wenn Union und FDP im Mai die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen verlieren, hätte Schwarz-Gelb im Bundesrat keine Mehrheit mehr. Doch die wäre nötig für die Verlängerung der Laufzeiten. „Über die Mehrheit im Bundesrat haben wir eine Chance, mehr Atommüll, mehr Unsicherheit, mehr Atomenergie zu verhindern“, sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir in Hamburg.










































