MTB 04. November 2009 Bündnis 90/Die Grünen
Atomausstieg selber machen! Ökostrom jetzt!
In den Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und FDP wurde der Ausstieg vom Atomausstieg durch Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke beschlossen. Damit wird der gesellschaftliche Atomkonsens, den einst die rot-grüne Bundesregierung mit den Stromkonzernen geschlossen hatte, ohne Not aufgegeben. Der Ausstieg vom Ausstieg erreicht zweierlei:
- Milliardengewinne für die marktbeherrschenden Atomkonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW durch längere Laufzeiten steuerlich abgeschriebener alter Atomkraftwerke.
- Blockieren eines rascheren Ausbaus der Erneuerbaren Energien und damit ein Schlag gegen die Zukunftstechnologien und deren Exportchancen.
Wir Bürgerinnen und Bürger haben es jedoch selbst in der Hand, der Atomlobby die rote Karte zu zeigen und massenhaft unseren privaten Atomausstieg zu praktizieren. Nichts fürchten die Atomkonzerne mehr als eine Massenbewegung pro Ökostrom. Allerdings ist Ökostrom nicht gleich Ökostrom. Drei Kriterien sollten von einem Ökostromanbieter erfüllt sein (vgl. www.atomausstieg-selber-machen.de)
1. Unabhängigkeit von den Atomkonzernen
Es sollte keine eigentumsrechtliche Verflechtung mit einem Stromkonzern existieren, der Atom- oder Kohlekraftwerke betreibt oder mit Strom aus diesen Quellen handelt. Damit ist gewährleistet, dass nicht unter dem Deckmäntelchen der Ökologie die auf dem Strommarkt herrschenden Strukturen verfestigt werden.
2. Zusammensetzung des Ökostroms
Es wird ausschließlich "grüner Strom" geliefert. Der Strommix (wie er in der gesetzlich vorgeschriebenen Stromkennzeichnung angegeben ist) muss mindestens zur Hälfte aus erneuerbaren Energien stammen. Höchstens 50 Prozent dürfen aus Kraft-Wärme-Kopplung mit Erdgas stammen.
3. Bundesweite Verfügbarkeit
Alle Stromkunden in Deutschland müssen zu den genannten Anbietern wechseln können. Es gibt es auch lokale Stromanbieter, die die ersten beiden Kriterien erfüllen. Allerdings gehören viele scheinbar unabhängige Stadtwerke anteilig zu einem der vier Atomkonzerne oder beziehen ihren Strom von diesen und sind nur Zwischenhändler.
Auf dem deutschen Strommarkt gibt es nur vier Stromanbieter, die alle diese Kriterien erfüllen. Es sind dies EWS Schönau, Lichtblick, Naturstrom und Greenpeace Energy. Über die Internetseiten dieser Anbieter bzw. über www.atomausstieg-selber-machen.de kann man mit wenigen Mausklicks den Atomkonzernen die Stirn bieten.
Auch die Stadt Schriesheim sollte jetzt bei der Neuausschreibung ihrer Stromversorgung ihren Beitrag dazu leisten, lokalen Klimaschutz zu betreiben und rein ökologisch erzeugten Strom zu beziehen.
Wolfgang Fremgen









































