MTB 2. Oktober 2011 Grüne Liste Schriesheim
Antrag an den Gemeinderat auf nachhaltige Beschaffung
Von Fadime Tuncer
Der Gemeinderat möge die Stadtverwaltung beauftragen
1. wenn möglich Produkte und Dienstleistungen zu beziehen, die ökologisch, regional und unter fairen Arbeitsbedingungen produziert und gehandelt werden und
2. dem Gemeinderat im Zweijahresturnus einen Bericht über die Umsetzung vorzulegen.
Bei Produkten aus Asien, Afrika oder Mittel- und Südamerika ist darauf zu achten, dass sie die Standards des fairen Handels erfüllen. Die Produktpalette umfasst Textilien, u.a. Dienst- und Schutzkleidung; Kaffee, Tee, Kakao, kakaohaltige Produkte wie Schokolade, Getränkepulver, Fruchtsäfte; Schnitt- und Topfblumen; Stifte, Bastelbedarf, Spielzeug; Farben und Baumaterialien, insbesondere Natursteine.
Begründung:
Die Kommunen gehören zu den bedeutendsten öffentlichen Auftraggebern. Auch in Schriesheim werden viele Summen für Güter, Dienstleistungen oder Bauaufträge ausgegeben, um Verwaltungsaufgaben zu erfüllen und Leistungen für Bürgerinnen und Bürger zu erbringen. Als Großverbraucher könnte die Stadt Schriesheim ihre gewichtige Marktstellung zu einer Umorientierung von Konsummustern nutzen und als verantwortungsbewusster Verbraucher agieren. Nachhaltige Beschaffung leistet einen Beitrag zur Ressourcenschonung, zu Umwelt- und Klimaschutz.
Auch in Zeiten knapper Kassen sollte man bei der Beschaffung nicht immer das billigste Produkt oder den günstigsten Anbieter auswählen. In der Praxis zeigt sich, dass das Billigste nicht unbedingt das Wirtschaftlichste sein muss. Auch wenn ein Produkt höhere Investitionskosten aufweist, können diese durch Einsparungen bei Betriebs-, Wartungs- oder Entsorgungskosten kompensiert werden. In vielen Fällen zeigt sich, dass bei Berücksichtigung der Lebensdauerkosten das ökologische oder regionale auch das wirtschaftlich günstigere Produkt ist.
Bei fair gehandelten Produkten werden soziale, ökonomische und meist auch ökologische Kriterien beachtet. Ausbeuterische Kinderarbeit ist damit ausgeschlossen. Mit dem Kauf von fair gehandelten Produkten leistet die Stadt Schriesheim einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Armut und ethnisch-sozialer Ungerechtigkeit in den entsprechenden Ländern. Damit übernimmt die Stadt Schriesheim Verantwortung auf globaler Ebene.










































