MTB 02. September 2009 Grüne Liste Schriesheim
Recyclingpapier schützt die Umwelt - Antrag der grünen Fraktion erfolgreich
Ab sofort verwendet die Gemeinde Schriesheim Recyclingpapier. Das gab Bürgermeister Höfer in der letzten Gemeinderatssitzung vor den Sommerferien bekannt. Dabei bezog er sich auf einen Antrag, den die Grüne Liste-Fraktion vor einigen Wochen an die Stadtverwaltung gestellt hatte.
Papierverbrauch hinterlässt weltweit seine Spuren. Die Rohstoffe für die konventionelle Papierherstellung bei uns kommen zu einem großen Teil aus dem Ausland. Das für die Papierproduktion verwendete Holz stammt häufig aus Urwäldern; jeder fünfte Baum weltweit wird für Papier eingeschlagen. Vor allem in Brasilien und Indonesien werden riesige Regenwaldareale für die Primärfaserproduktion vernichtet.
Mit der Begründung „Ressourcenschonung und Klimaschutz“ hatten die Grünen den Antrag gestellt, in allen Verwaltungsbereichen, Schulen und öffentlichen Einrichtungen mit dem „Blauen Engel“ zertifiziertes Recyclingpapier zu verwenden anstelle von Frischfaserpapier. Unbestritten ist inzwischen, dass der Einsatz von Recyclingpapier die Umwelt schützt. Zahlreiche Studien belegen den Vorteil von Recyclingpapier gegenüber konventionellem Papier.
Die vom Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) im August 2006 veröffentlichte Studie „Ökologischer Vergleich von Büropapieren in Abhängigkeit vom Faserrohstoff“ stellt fest, dass für alle betrachteten Indikatoren die Umweltlasten bei der Recyclingpapierherstellung am niedrigsten sind. So spart z. B. eine Tonne Recyclingpapier im Vergleich zu Frischfaserpapier die Menge an CO² ein, die ein durchschnittliches Auto auf rund 1.000 km ausstößt. Das ifeu kommt daher zu der Schlussfolgerung, dass der Empfehlung des Umweltbundesamtes zur Verwendung von Recyclingpapier auch weiterhin gefolgt werden sollte.
Diese Auffassung teilt auch das Umweltministerium Baden-Württemberg in der Broschüre „Umweltfreundliches Schulmaterial – Tipps für den Einkauf“: „Am besten für die Umwelt sind Recyclingpapiere. Für dieses Papier werden bei der Herstellung nur Altpapiere verwendet und wesentlich weniger Energie, Wasser und Chemikalien benötigt als bei ‚neuem‘ Papier.“ In der Broschüre „Mehr Umwelt fürs gleiche Geld“ wird der Einsatz von Recyclingpapier ebenfalls als wichtiger Baustein einer umweltfreundlichen Beschaffung dargestellt.
Die gängigen Vorurteile gegenüber dem Einsatz von Recyclingpapier lassen sich entkräften.
- Druck- und Kopiergeräte:
Das Argument, Recyclingpapier sei „ungeeignet“ für viele städtische Drucker und Kopierer, konnte widerlegt werden. Tests, z.B. von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM), und die Erfahrungen von Großverbrauchern wie z.B. der Deutschen Post oder der Finanzverwaltung NRW (mit 460 Kopiergeräten und 27 Millionen Recyclingkopien) haben die Eignung von Recyclingpapieren für Kopiergeräte belegt (Bundesverband für Umweltberatung 2006).
- Alterungsbeständigkeit:
Das Argument, Frischfaserpapier sei alterungsbeständiger, trifft heute nicht mehr zu. So sind inzwischen Recyclingpapiere erhältlich, die eine Lebensdauer von einigen 100 Jahren haben.
- Kosten:
Die Nutzung von Recyclingpapier führt keineswegs zu erhöhten Kosten. Im Gegenteil, ein verstärkter Einsatz von Recyclingpapier würde sogar zu erheblichen Einsparungen im Beschaffungswesen führen.
Dank intensiver Forschung und Weiterentwicklung vereint Recyclingpapier heute hochwertige Qualität und ansprechende Ästhetik. Das Siegel des „Blauen Engel“ garantiert dabei die höchsten ökologischen Standards. Viele große Städte haben daher ihren Papierverbrauch zu 100% auf Recyclingpapier umgestellt, darunter neben Heidelberg auch München, Berlin, Aachen und viele andere mehr.
Fadime Tuncer









































