MTB 1. Dezember 2010 Grüne Liste Schriesheim
Frauen im Visier der Tabakindustrie
Von Dr. Barbara Schenk-Zitsch
Dieser Artikel zum Thema Rauchen / Nichtraucherschutz betrifft die Frauen, die schon im jugendlichen Alter durch die Tabakindustrie mit peppigen Zigarettenverpackungen und ausgefallenen Namen zum Kaufen animiert werden. So gibt es handliche, rosafarbene Zigarettenschachteln, wie „pink elephant“, die vor allem Mädchen ansprechen sollen (RNZ 31.5.2010). Die weiteren Informationen stammen aus Band 9 des Deutschen Krebsforschungszentrums.
- Im Jahr 2006 rauchten bei den Erwachsenen 35% der Männer und 27% der Frauen.
- In den letzten Jahren hat sich das Rauchverhalten der Frauen dem der Männer angeglichen.
- Am häufigsten rauchen die weniger gebildeten, unverheirateten, geschiedenen und alleinerziehenden Frauen.
- Zigarettenkonsum verschlechtert die materielle Lage insbesondere in einkommensschwachen Haushalten.
Gesundheitliche Folgen des Tabakkonsums:
- Frauen sind gegenüber den gesundheitsschädlichen Wirkungen des Rauchens empfindlicher als Männer.
- Rauchen verursacht 25-30% aller Krebserkrankungen.
- Bei Frauen steigt die Lungenkrebssterblichkeit seit Jahren kontinuierlich an.
- Rauchen begünstigt die Entstehung von Osteoporose, beeinträchtigt die Fruchtbarkeit, schadet dem Ungeborenen.
- Durchschnittlich büßen Raucher 10 Lebensjahre ein.
- Passivrauchen kann dieselben Gesundheitsschäden verursachen wie aktives Rauchen. Frauen sind gegenüber Passivrauchen sensibler als Männer.
- Kinder rauchender Eltern leiden vermehrt an Atemwegserkrankungen und Mittelohrentzündungen.
- Rauchen kann innerhalb weniger Wochen schon bei geringem Konsum zu einer Tabakabhängigkeit führen.
- Frauen fällt ein Rauchstop schwerer als Männern.
Tabakprävention
Als einziges europäisches Land hat Schweden im Jahr 2000 die Ziele der Weltgesundheitsorganisation erfüllt und die Raucherquote auf weniger als 20% gesenkt. Als weltweite Besonderheit führte Schweden frauenspezifische Tabakpräventionsmaßnahmen durch. An Beispielen wie Schweden, Australien und Kanada wird deutlich, dass der Tabakkonsum durch die Kombination wirkungsvoller Maßnahmen der Tabakprävention gesenkt werden kann.
Handlungsempfehlungen
- Kontinuierliche Tabaksteuererhöhungen
- Umfassende Tabakwerbeverbote
- bildgestützte Warnhinweise („Schockbilder“) auf Zigaretten- und Tabakverpackungen
- Verbot von Zusatzstoffen im Tabak, sofern keine Nachweise über deren Unbedenklichkeit bestehen.
- Frauen fällt der Ausstieg aus dem rauchen schwerer als Männern. Bei ihnen spielen biopsycholgische Faktoren wie Angst vor Rückfällen und Gewichtszunahme eine wichtige Rolle, daher soll die Entwicklung speziell auf Frauen zugeschnittener Tabakentwöhnungsprogramme forciert werden.
- „Respektpersonen“ wie Eltern, Lehrer, Trainer sollen Vorbildfunktion einnehmen
- Aufklärung und Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit
Die GRÜNE LISTE setzt sich schon seit langem für Nichtraucherschutz ohne Ausnahmen ein! Unser Antrag auf Nichtraucherschutz für die städtischen Einrichtungen wurde am 26. Juli 2006 vom Gemeinderat mit breiter Mehrheit beschlossen, noch bevor die gesetzliche Regelung in Kraft trat.
Um insbesondere die Bemühungen des Deutschen Krebsforschungsinstituts zu unterstützen, werden wir bei unseren Veranstaltungen künftig Informationsmaterial des DKFZ zur Tabakprävention auslegen.
Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums:
06221 424200 Montag – Freitag 14-18 Uhr










































