MTB 01. September Grüne Liste Schriesheim
16. Kulturherbst der GRÜNEN LISTE: Arnim Töpel - der Philosoph unter den Kabarettisten
Von Dr. Barbara Schenk-Zitsch
Seit fast 10 Jahren gilt er als „Ausnahmeerscheinung“. Mit seinen jüngsten Programmen „Newa de Kapp“ und „Mach doch de Babbe net struwwelisch“ hat er gezeigt, dass Mundart alles andere als tumb und ordinär ist.Seine Programme sind Liebeserklärungen an die Sprache, springen atemberaubend zwischen Hochdeutsch und Dialekt, spielen mit der Musikalität, dem Rhythmus, dem Kurpfälzer Groove. Denn zwei Seelen wohnen in Töpels Brust, die eine feinsinnig, intellektuell, die andere ehrlich und direkt-da Günda.
So sehr wir ihn lieben, Dialekt ist bedroht. Denn die Mediensprache ist Hochdeutsch, beziehungsweise das, was von ihr übrig bleibt. Höchste Zeit für die erste Kurpfälzer Dialektschule; Dreisprachig: hochdeutsch, musikalisch und kurpfälzisch. Ein Bildungsangebot der besonderen Art. Und wer Arnim Töpel kennt, der weiß, die wichtigste Bildung wird bei ihm nicht zu kurz kommen: Herzensbildung.
Mundart mangelhaft
Wer beherrscht heute noch Dialekt? Dialekt begriffen als eigenständige Sprache, mit eigener Grammatik (derwu, diewu, deswu), differenzierten Konjugationsformen (isch gähngt, Du gähngsch, sie gähngde) und unterschiedlicher Ausprägung von Dorf zu Dorf („Der? Der kummt vun Schriese, des heat ma glei.“).
Die Älteren, gut. Aber die Jungen? Von Jugendlichen und Kindern ganz zu schweigen. Die haben allenfalls noch einen mundartlichen Akzent, mit dem sie diese eigenartigen Rest- und Rumpfsätze versehen, angereichert mit SMS-Kürzeln und international anerkannten Obszönitäten.
Ein erstaunlich rascher Wandel. Als ich zur Schule kam, gerade einmal gut vier Jahrzehnte her, sprachen außer mir lediglich zwei von 38 Schülern Hochdeutsch. Nun, das ist heute ähnlich. Allerdings sprechen die Schüler keinen Dialekt, stattdessen neunzehn verschiedene Landessprachen, von denen die Lehrerin keine einzige versteht. Dafür gibt es in der Grundschule Englischunterricht, und sie lernen, Computer zu befehligen. Ein fabelhaftes Konzept, die Schüler sollen später selbst entscheiden, welche Sprache sie sprechen. Gar keine?
16. Kulturherbst der GRÜNEN LISTE SCHRIESHEIM
- Armin Töpel "Masterbabbler": am Samstag, 23. Oktober, um 20.00 Uhr in Majers Weinscheuer, Eintritt 14 € (inclusive 1€-Spende „Helpi“)
1.FC Heidelberg „JA! ... da braut sich was zusammen“: am Samstag, 9. Oktober, um 20.00 Uhr im Zehntkeller, Eintritt 16€ (inclusive 1€-Spende „Helpi“)










































