Erneuerbare Energien von heute statt Strom von gestern
Aus der derzeitigen Wirtschaftskrise kann man zwei Dinge lernen. Es ist wichtig, in Zeiten einer Krise den Konsum nicht völlig einzustellen und außerdem, sein Geld in einer solchen Wirtschaftsflaute geschickt zu investieren. Eine ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Möglichkeit ist die Investition in regenerative Energien. Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten.
Ökostrom aus der Region mit Förderung neuer Anlagen inklusive
Ohne größeren Aufwand kann der heimische Strombedarf von Normalstrom auf Ökostrom umgestellt werden. Die Leitungen, Stromanschluss bleiben dieselben, nur das Unternehmen, das meinen Stromanteil in das deutsche Stromnetz einspeist, wechselt. Die Ökostromanbieter übernehmen in den meisten Fällen alle nötigen Wechselformalien. Neben den üblichen Ökostromanbietern wie Lichtblick, den Energiewerken Schönau oder Greenpeace Energie, gibt es auch eine regionale Alternative. Die Stadtwerke Heidelberg bieten mit ihrem Fox-energreen-Tarif die Möglichkeit, Strom aus 100% Regenerativen Energien zu beziehen. Durch einen zusätzlichen Aufpreis von 4 Cent pro Kilowattstunde Strom erhält man ökologisch erzeugten Strom und finanziert weitere Ökostromanlagen in der Region.
Anforderungen der neuen Energieeinsparverordnung
Zum 1. Oktober 2009 tritt die neue Energieeinsparverordnung (EnEv) in Kraft. Sie schreibt vor, wie viel Energie ein Gebäude für seine Heizung oder Kühlung verbrauchen darf. Diese Verordnung soll zunehmend verschärft werden, um den Energieverbrauch schrittweise zu senken und das Klima zu entlasten. Die neue Verordnung gilt vor allem für Gebäude, die nach dem 1. Oktober gebaut werden, Gebäude, die bis dahin gebaut werden, müssen auf dem Standard der EnEv 2007 gebaut sein. Für diejenigen, die ihr bestehendes Gebäude sanieren wollen, ist die neue Verordnung aber auch interessant. Vor allem wenn es sich um Mietwohnungen handelt oder um ein Gebäude, das in naher Zukunft verkauft werden soll. Bei Neubauten wird der zulässige jährliche Jahresprimärenergiebedarf um 30% gesenkt. Der Primärenergiebedarf ist der Energiebedarf der ganzen Haustechnik, also auch Warmwasserbereitung oder Heizung. Bei einem Haus, das heute einen Jahresprimärenergiebedarf von 140 kwh/m2 haben darf, darf ein Neubau in selber Größe nach dem 1. Oktober noch etwa 90 bis 100 kwh/m2 brauchen, um den Energiebedarf der Haustechnik zu decken. Dies entspricht dem Jahresprimärenergiebedarf, der für viele neue Ein- bis Zweifamilienhäuser gilt. Der genaue Jahresprimärenergiebedarf muss jedoch für jedes Haus einzeln berechnet werden. Die Gebäudehülle eines Neubaus muss außerdem um 15% besser die Wärme dämmen als bisher. Weiterhin müssen oberste Geschossdecken oder Dächer bis 2011 gedämmt sein und Nachtstromheizungen, die älter als 30 Jahre sind, sollten ausgetauscht werden. Der Primärenergiebedarf kann durch die Verwendung von erneuerbaren Energien gesenkt werden. Holzheizungen und Solaranlagen senken den Primärenergiebedarf und sind deswegen sinnvolle Investitionen. Auf fossile Energieträger wie Öl oder Gas kann oft ganz verzichtet werden.
Mit Holz und Solar Energiebedarf senken und Kosten sparen
Durch die Nähe zu Odenwald und Pfälzerwald macht in vielen Gemeinden eine Holzheizung Sinn. In Anbetracht der steigenden Öl- und Gaspreise eine Heizmethode, die langfristig wesentlich günstiger sein wird als die fossilen Energieträger. Auch hier gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, je nach Lebensgewohnheiten und Geldmitteln der Heizungsbesitzer. Berufstätige oder Stadtbewohner sind meist mit einer Pelletheizung besser beraten. Diese Holzpresslinge werden im Silowagen angeliefert und auch ihr Nachschub kann automatisiert werden. So erspart man sich das lästige Holzhacken, in den Keller Tragen und Nachlegen. Der Nachteil der Pellets, auch für ihre Herstellung wird Energie gebraucht und oft werden Pellets nicht in der Region hergestellt, sondern auf langen Wegen nach Deutschland transportiert. Wer in Waldnähe wohnt, profitiert hingegen von einer Holzheizung, die hauptsächlich mit Stückholz befeuert wird. Durch günstige Konditionen mit dem örtlichen Forstamt oder sogar eigenen Waldbesitz können die Kosten für Heizung und Warmwasser enorm gesenkt werden. Auch eine Kombination aus Stückholz und Pellets ist möglich. Ideal ist die Kombination von Holzheizungen mit thermischen Solarzellen. Beide produzieren keine weiteres Co2 bei der Herstellung von Warmwasser für Heizung, Baden und Duschen. Zur Planung einer Holzheizung sollte aber ein Heizungsfachmann hinzugezogen werden. Er kann die verschiedenen Heizungsarten optimal miteinander kombinieren und den räumlichen und zeitlichen Möglichkeiten der Heizungsbesitzer anpassen. Der große Vorteil der Holzheizung gegenüber Öl und Gas: Holz verbrennt CO2-neutral. Das heißt, egal ob das Holz verrotten würde oder im Ofen verbrannt wird, es entsteht immer die gleiche Menge CO2, das macht eine Holzheizung zu einer Investition in die Zukunft - für die Umwelt und für den eigenen Geldbeutel.
Jenni Follmann









































