
- Ortschafts- und Stadtrat Christian Wolf
Rede des Ortschaftsrats Christian Wolf am 28. Juni 2010 vor dem Altenbacher Ortschaftsrat
Zur Gestaltung des Altenbacher Ortsmittelpunkts
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Herr Ortsvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen,
lasst uns doch endlich einen Schulhof bauen, der diesen Namen auch verdient! In Altenbach hat der demografische Wandel begonnen, wir sind sehr stark schon vom Bevölkerungsrückgang betroffen. Unsere Einwohnerzahl ist von rund 2100 vor ca. 10 Jahren auf 1937 Einwohner - Stand heute - zurückgegangen, ein Rückgang von rund 10 %. In der Schule gab es noch vor 10 Jahren über 100 Kinder (98/99: 105), heute sind es gerade mal noch 69, ein Rückgang von über 30 %. Ein kontinuierlicher Rückgang an Einwohnern und noch stärker an Kindern! Das ist besorgniserregend und da müssen wir deutlich gegensteuern! Wir haben das schon beim Kindergarten getan, aus dem traditionellen Kindergarten ist ein Kinderhaus geworden mit verbesserten Betreuungsmöglichkeiten.
Als nächster Schritt muss nun der Schulhof dran sein. Wir brauchen einen attraktiven Schulhof für unsere Altenbacher Kinder und für diejenigen, die vielleicht nach Altenbach ziehen möchten. Wir müssen alles dafür tun, dass Altenbach wieder für Familien mit Kindern interessant wird.
Ein attraktiver Schulhof hat vielfältige Funktionen und deshalb auch vielfältige Zonen: Er braucht eine Raumgliederung, er soll Lern- und Lebensraum sein. Die Kinder haben das Bedürfnis nach Spiel und Bewegung, Ruhe und Kommunikation. Deshalb brauchen wir Ruhezonen, Spielzonen, oder auch Zonen für Kreativität. Diesen Bedürfnissen müssen wir gerecht werden.
Unsere Kinder haben ein Recht auf einen ansprechenden Schulhof. Da reicht es nicht, das graue Pflaster gegen ein rotes Pflaster auszutauschen und die alte Mauer durch eine neue zu ersetzen. Hier muss planerisch viel, viel mehr geleistet werden. Aber trotzdem wird der Schulhof immer ein sog. Multifunktionsplatz bleiben:
Hier soll weiterhin die Kerwe stattfinden, die Feuerwehr braucht den Schulhof, die Maifeier soll dort weiter stattfinden, ein Gottesdienst im Freien oder das Weihnachtssingen der Vereine.
Und jetzt haben wir in Altenbach auch noch günstigste Voraussetzungen, um das Gesamtprojekt Ortsmittelpunkt einschließlich Schulhof zu finanzieren! Wo gibt es sonst noch einen kleinen Ort mit nur 1937 Einwohnern, der einen so großzügigen Mäzen wie die Familie Plattner hat? Und: Wo gibt es sonst noch einen kleinen Ort mit nur 1937 Einwohnern, der noch dazu einen Staatssekretär Georg Wacker hat, der uns das Tor zu Zuschüssen weit öffnet?
Er hat am letzten Freitag den zuständigen Abteilungsleiter im Ministerium für Ländlichen Raum, (Ernährung und Verbraucherschutz,) Herrn Ministerialdirigent Hartmut Alker, zu einem Informationsgespräch nach Altenbach eingeladen.
Unter der Überschrift „Georg Wacker zeigt Fördermöglichkeit für Ortskernsanierung in Altenbach auf“ heißt es auf Wackers Homepage: „Gemeinsam mit den politischen Entscheidungsträgern vor Ort kam man zu dem Ergebnis, dass die Ortskernsanierung rund um die in einem ersten Schritt geplante Umgestaltung des Schulhofes grundsätzlich nach dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) förderfähig wäre.“ Das ist fast schon eine Zusage für Zuschüsse bevor wir den Antrag gestellt haben! Und Herr Ministerialdirigent Alker hat uns auch in der Runde mit Fraktionssprechern und Verwaltung zu verstehen gegeben, dass es durchaus etwas Besonderes sei, dass er in eine einzelne Kommune komme. Dieser Besuch kam nur durch die Verbindungen von Georg Wacker zustande und deshalb können wir uns sicher sein, dass dieser Zuschuss kommt – wenn wir ihn beantragen. Die Höchstgrenze, aber auch meist der Normalfall, sind 40% Zuschuss vom Land für öffentliche Baumaßnahmen. Hier wird uns Geld auf dem silbernen Tablett gereicht – können oder dürfen wir das ablehnen? Ich möchte Georg Wacker für sein Engagement ausdrücklich auch von hier aus noch einmal öffentlich Dank sagen.
Wir appellieren hier eindringlich noch einmal an alle Kollegen: Wir brauchen den Zuschuss in Höhe von 40 % für die Gesamtmaßnahme und auch für den Schulhof. 40 % vom Land für den Schulhof, 60 % bezahlt dankenswerterweise die Hasso-Plattner-Stiftung. Nur so ist der Schulhof bezahlt. Und wenn dann noch Stiftungsgelder übrig sein sollten, dann können wir sie für den eigentlichen Ortsmittelpunkt an der Kirche nutzen. Nur diese Vorgehensweise ist im Sinne Altenbachs verantwortungsvoll und finanziell vertretbar.
Wenn wir wollen, dann schaffen wir den ganz großen Wurf. Einen Schulhof als Multifunktionsplatz, der aber den Namen Schulhof verdient – und einen Ortsmittelpunkt in Kooperation mit der ev. Kirche, der unseren Ort attraktiv macht und uns auch ein wenig mehr Identität gibt; der uns abhebt von anderen vergleichbaren Ortschaften. Das ist der richtige Weg und wir hoffen, dass der Ortschaftsrat diesen Weg mitgeht.









































