
- Stadträtin Gisela Reinhard
20. Januar 2010 Rede in der Gemeinderatssitzung
Zur Kücheneinrichtung der neuen Mensa: Jetzt sind die Schulen am Zug
Von Gisela Reinhard
Schriesheim versteht sich als Schulstadt. Alle Schularten am Ort zu haben, ist ein wichtiger Standort-Vorteil. Schulzentren ohne Mensa sind auf die Dauer nicht zukunftsfähig, deshalb war der Entschluss der Mehrheit des Gemeinderats zum Bau einer Mensa richtig.
Einen Mensa-Betreiber zu finden, der die gesamte Einrichtung übernimmt, wie es die Verwaltung zunächst angedacht hatte, war und ist nicht möglich. Kücheneinrichtung und Möblierung sind also Sache der Stadt; wer A sagt, muss auch B sagen. Es hat aber durchaus auch Vorteile, dass das gesamte Inventar Eigentum der Kommune ist: es macht unabhängig vom Betreiber und gibt Spielraum bei der Gestaltung und Nutzung.
Die im Zusammenhang mit der Wahl eines Betreibers geschätzten einmaligen Kosten von etwa 77.000 Euro für die Mensa-Ausstattung sind mit dem Vergabevorschlag der Verwaltung von etwa 72.000 Euro (einschließlich Wartungsvertrag) leicht unterschritten. Wir können daher zustimmen.
Die Stadt Schriesheim als Schulträger hat damit erhebliche Vorleistungen für die Sicherung des Schulstandortes und die Weiterentwicklung unserer Schulen gegeben. Die Stadt hat sogar mehr gegeben, als sie eigentlich in dieser Zeit knapper Gelder kann.
Im Vergleich zu all den Schulmensen, die die Mensa-Kommission bei der Suche nach einem Betreiber kennen lernen konnte, haben wir eine sehr schöne Mensa hingestellt. Die Kommission aus Vertretern von Verwaltung, Schulleitungen, Schülern, Eltern und Gemeinderat, deren Mitglied ich war, hat viel Zeit und Mühe in die Sache investiert, und es ist – meine ich - etwas Gutes dabei heraus gekommen: eine Mensa, die über das gemeinsame Essen hinaus andere wichtige Funktionen erfüllen kann; eine Mensa, die Raum gibt zur Begegnung zwischen Schülern aller Schularten und aller Altersstufen, zwischen Schülern und Lehrern; Raum für Feste, Veranstaltungen, zum Verweilen …
Wie die Mensa angenommen wird, ist natürlich einerseits Sache des Betreibers. Schmeckt das Essen, ist das Angebot ansprechend, vielfältig, gesund? Trifft man sich hier gerne zu Mahlzeiten? Kinder, Jugendliche, Erwachsene?
Wie die Mensa angenommen wird, ist andererseits aber Sache der Schulen. Und die sind jetzt im Zugzwang. Wo man auch hinkommt, wo immer man funktionierende Mensen findet, da sind die Schulen ohne Wenn und Aber Ganztages-Einrichtungen.
Bei uns ist hier erheblicher Handlungsbedarf. Das Gymnasium ist mit G 8 zwar faktisch Ganztages-Schule, will sie aber förmlich nicht sein; die Realschule meint, sie braucht das nicht; die Hauptschule kämpft um ihren Bestand als Werkrealschule, weil es die Landesregierung so will.
Hier muss sich etwas bewegen! Das einfache „Nein“ zur Ganztags-Schule reicht da nicht. Hier erwarten wir so eine Art „Schriesheimer Modell“, kooperativ von allen Schulen getragen, ein stimmiges pädagogisches Gesamtkonzept mit strukturierten Tagesabläufen über die Grenzen der einzelnen Schularten hinweg, in dem die neue Mensa erst ihren eigentlichen Stellenwert erhält.
Für die GRÜNE LISTE SCHRIESHEIM
Gisela Reinhard









































