PM 27. Juni 2010 Grüne Baden-Württemberg
Aussaat von Genmais passierte auch im Rhein-Neckar-Kreis: Grüne fordern Entschädigung für die betroffenen Landwirte
Von dem jüngsten Genmais-Skandal, der in mehreren Bundesländern aufgetreten ist, ist auch der Rhein-Neckar-Kreis nicht verschont geblieben. In Baden-Württemberg gelangte in den letzten Wochen in 14 Landkreisen bei 91 Landwirten auf einer Fläche von rund 700 Hektar Saatgut der nicht zugelassenen Genmaissorte NK 603 in die Böden. Wie der Landtagsabgeordnete der Grünen Uli Sckerl jetzt mitteilte, sind auch drei Landwirte im Rhein-Neckar-Kreis davon betroffen, die unwissentlich das genverunreinigte Saatgut ausgebracht hätten. Die Lage der Äcker werde vom Landwirtschaftsministerium in Stuttgart geheim gehalten. Die Konsequenz des vom großen Saatguthersteller Pioneer in Umlauf gebrachten verunreinigten Saatguts sei nun, dass alle Maispflanzen auf den 700 Hektar umgebrochen werden müssten. Innerhalb der EU gelte konsequent die sog. Nulltoleranzgrenze bei Saatgut, sonst könnten Genverunreinigungen überhaupt nicht mehr beherrscht werden, betonte Sckerl. Er forderte vom Ministerium, neben den betroffenen Landwirten auch diejenigen sofort zu informieren, die angrenzende Felder haben. Insgesamt handle es sich um einen handfesten Skandal, denn in 7 Bundesländern seien weit über 2.000 Hektar mit einem Schaden von ca. 4 Mio. Euro betroffen. Nachdem alle Landwirtschaftsministerien der Bundesländer im Vorfeld der diesjährigen Aussaat unisono erklärt hatten,das Problem mit genverunreinigtem Saatgut sei gelöst, sei dies umso mehr zu kritisieren. Auch die Behauptung des neuen Landwirtschaftsministers im Ländle, Rudolf Köberle, die Lage im Griff zu haben, entpuppe sich als reines Lippenbekenntnis. Das sog. "Monotoring" der Länder habe wieder versagt und müsse endlich auf professionelle Füße gestellt werden, fordern Die Grünen. De betroffenen Landwirte müssten angemessen entschädigt werden, dazu gehöre auch die Erstattung der Kosten für eine etwaige Nachsaat.










































